Lahn-Dill-Schau 2017

BBISS LDS17, Sa 29.04.2017
Nukka, schleifengeschmückt

Die diesjährige Lahn-Dill-Schau verlief für unseren kleinen Zwinger sehr erfolgreich. Debütantin Almudis of Kahnawake (genannt Nukka) gewann am Samstag die Babyklasse (3 – 6 Monate) als vielversprechend (Zuchtrichterin Gerda Kastl) und den Wettbewerb „Bestes Baby“ (Zuchtricherin Regina Blessing), und kann sich jetzt Best Baby in Specialty Show nennen.

Am Sonntag wiederholte sie das kleine Kunststück bei umgekehrter zuchtrichterbesetzung, sodass sie jetzt zweimalig BBISS ist.

Wir sind sehr stolz auf unsere Mädchen, auch wenn Kira sich nicht gegen ihre Konkurrentin durchsetzen konnte.

Mutter und Tochter
Mutter Zausel’s Red Rose und Tochter Almudis of Kahnawake
Schleifenparade
Was man so mitbringt von einer Schau
After Work Party
Wieder zurück – Spiel und Entspannung im Garten

Wie gut, dass er kein Einzelhund ist!

Und wie gut, dass er nicht der erste Hund im Rudel ist! Die Menschen könnten sonst wer weiß welche abstrusen Phantasien über ihre Erziehungsfähigkeiten entwickeln.

Viele Hunde fristen ja ein recht liebloses Dasein auf harten Fliesen- und Holzböden. Dafür müssen ihre Menschen ganz schön viel arbeiten, denn natürlich ist ein weiches Sofa einem Fußboden vorzuziehen und der Hund findet schnell Schlupflöcher in der Regel. Der Welpe wäre genau der richtige Hund für solche Leute, denn er will gar nicht auf’s Sofa. Am liebsten lümmelt er in Ecken hinter Türen ab. Mit so einem Welpen wie dem Kahnawakeprinz steigt das Kompetenzerleben und das Selbstvertrauen, immerhin hat man es ganz leicht geschafft, den Hund vom Sofa (oder gar vom Bett) fernzuhalten!

Der Althund wiederum ist kein großer Sammler und die Menschen hier klopfen sich sehr eifrig auf die Schultern, weil sie das Fressen von Pferdeäpfeln so profimäßig unterbinden können. Tja, jetzt wohnt hier der nimmersatte Kahnawakeprinz und der interessiert sich keine Sekunde für das profmäßige Unterbinden der Menschen, sondern sieht zu, wie er schnell im Vorbeigehen doch noch was runtergewürgt bekommt. Schnell Schlucken ist der Trick und dabei ganz unbeteiligt tun!

Da wartet noch ganz schön viel Arbeit auf die Menschen. Hätten sie sich doch eine Regel wie „keine Hunde auf Sitzmöbeln“ ausgedacht, das wäre leichter zu bewerkstelligen gewesen.

Für den Ausflug von Mutti und dem Schwesterchen nach Wetzlar drücken Bubbles und sein Rudel alle Pfoten! Wir wünschen einen extra good hair day!

Mutti!

Mutti ist die Beste, logisch. Der Welpe hat „als echtes Muttersöhnchen den Vorteil, gleich zwei Muttis zu haben“.* Wenn er einmal die Woche beide auf einem Haufen hat, ist das sein Himmelreich. Abwechselnd hüpft er zwischen Mutti Kira und Mutti Kima hin und her, spielt sie an, beschmust sie und flitzt direkt zu Onkel Sisko, wenn der wieder einen Menschen weich geklopft hat und Snacks erbeutet. Von Onkel Sisko lernt man die nützlichsten Dinge!

Obwohl die Muttis sich gegenseitig nicht ganz grün sind, schauen sie den Welpen mit der gleichen Verstrahlung in den Augen an. „Schau mal, was ich da hab. Ich weiß auch nicht so genau, wo das herkommt und was mit mir los ist, aber ist der nicht super niedlich?“ Zu sehen ist der Muttiblick auf dem Bild von Kira und ihren Babys in der Nachzuchten Rubrik. Gestern Abend lag der Althund neben dem Körbchen des Welpen und strahlte identisch vor sich hin, während der Welpe sein Betthupferl fraß. Prompt versuchte er, eine Kuscheleinheit abzugreifen, aber dafür ist der Althund dann doch nicht zu haben. Das mit den Muttis auseinander halten müssen wir noch etwas üben.

*© Iris

Was träumt der Welpe?

Momentan schläft der Welpe sehr viel, es sind große Umbaumaßnahmen im Gange. Der Welpe muss nicht mehr sofort nach dem Fressen rausgeschafft werden, weil er sonst überläuft. Die Phasen, in denen er sich in Rage nagt / spielt / rennt sind kürzer und er findet leichter wieder raus. Er reitet ständig auf dem Althund auf und lernt, wie man sich ergeben kann (aber am Modell, der Althund ist weiter enorm nachsichtig in Allem). Auch mit Gassibekannten wie dem Schäferhund Otto oder Rocky dem Nachbarsflegel wird er frecher.

Für die Menschen ist es spannend zu beobachten, wie unterschiedlich das Schlafverhalten der Hunde ist. Der Althund läuft nur sehr selten im Schlaf, alle Jubeljahre entfährt ihr mal ein Mucken. Sie schmatzt nicht, sie nimmt nicht viel Platz ein, aber sie bevorzugt einen Platz mit Kopfstütze, z.B. Frauchens Füße. Der Welpe hingegen fiept, schmatzt, kläfft, gurgelt, gluckst, zuckt, läuft, schnarcht, pupst und kratzt im Schlaf was das Zeug hält. Er protestiert lautstark, wenn er sich zum Schlafen hinlegt und schläft dann tief und fest. Oft genug werden die Menschen von einem empörten Müff geweckt, das der Welpe selbst natürlich verpennt. Keiner weiß, wieso, aber der Welpe schläft nachts nicht bei seinem Rudel – kuschelige Körbchen gibt es im Überfluss –, sondern unter dem Klo. Es kommt vor, dass er im Schlaf die Tür zustrampelt, was erst morgens bemerkt wird, wenn kein Welpe zum Morgenappell antritt. Nie beschwert er sich, er schläft einfach weiter und träumt vom Schlaraffenland. Ach, was ist es schön, einen Hund zu  haben, der außer rationierten Pfannkuchen noch nichts Schlimmes erlebt hat!

Für’s Archiv

Es sollte festgehalten werden, dass der Welpe heute einen guten Tag hatte. Einen sehr guten Tag hatte er. Naja, „sehr gut“ ist Ansichtssache, aber die Menschen sind sehr zufrieden. Inmitten der vielen, vielen schlimmen Tage, an denen der Welpe nagt und nöhlt und ja-abert und pubertiert, kommen erste Ausblicke auf das Ergebnis des Durchhaltens. Der Kreislauf ist noch vom Althund bekannt: Die guten Tage sind zuerst rar und kommen über einen wie Weihnachten. Irgendwann kommen sie häufiger mal zu Besuch, bis sie die Oberhand gewinnen und die schlimmen Tage eine vage unangenehme Erinnerung werden, wie Mathestunden am Freitag zur sechsten Stunde.

Zugegeben, es herrscht derzeit ein strammes Regiment mit viel Leinenführigkeit, Üben und zusammengestrichenem Freilauf.* Trotzdem lebte heute hier ein recht zufriedener, ruhiger Welpe, der nur einmal kurz genöhlt hat als er raus wollte. Kein Alttier wurde benagt. Niemand protestierte lautstark, als die Menschen was zu Futtern hatten und der Welpe nicht.** Beim Kochen lag er brav auf der anderen Seite der Arbeitsfläche und nicht mit weit geöffnetem Maul direkt unter der Pfanne. Dafür flog ihm auch eine Scheibe Schinken ins Maul. Also, alles in allem ein oker Tag für alle Beteiligten.

*Und was war das bis letzte Woche für ein lehrbuchmäßiger, toller Freilauf! Aber nein, der Welpe ist zu aufgeregt, er hört nicht im engsten Sinn: Die Ohren sind dicht und das Gehirn ganz offensichtlich völlig überfordert mit all den Dingen, die es gleichzeitig tun will.

** Das infernalische Protestgekläffe ist bei Chips besonders ausdauernd, gefolgt von Käsekuchen und Sauce Hollandaise. Wenn er meint, die Dummerchens haben immer noch nicht verstanden, was er will – Käsekuchen oder Chips nämlich – beißt er neuerdings zur Unterstreichung seiner Forderung auch mal in den Hintern. Nicht, dass das je funktionieren würde, aber man kann ihm nie den Vorwurf machen, es nicht persistent genug versucht zu haben!

Ein Rätsel

In den letzten Wochen, ja Wochen, treibt der Welpe ein geheimes Spiel mit seinen Menschen. Wenn Herrchen oder Frauchen ein Bad in ihrer winzigen Badewanne nehmen, kommt der Welpe angedackelt und schleckt fürsorglich die Schulter trocken. Dann dampft er wieder ab. Soweit so entzückend.

Sobald die Menschen aber mit dem Baden fertig sind, erscheinen kurze Zeit später verdächtige Pfotentapser in der Wanne. Das Folgende ist bekannt: Die Tapser sind nicht vom Althund, denn die nähert sich einem Ort, an dem sie einshampooniert werden könnte, nicht mehr als 10m. Die Wanne ist nicht trocken geleckt. Das Shampoo ist ungefressen, überhaupt, nichts ist gefressen. Das ist zwar sehr untypisch für den Welpen, aber ein unsichtbarer Dritthund kann sicher ausgeschlossen werden.* Am Handtuchhalter gibt es keine Nagespuren. Das Verhalten ist mittlerweile stabil und wird zuverlässig ausgeführt, obwohl sich an den Umgebungsreizen im Verhältnis vom ersten Kontrollgang nichts geändert hat. Er konnte bislang noch nicht bei seinen Kontrollgängen beobachtet werden, sein Motiv ist weiterhin unklar. Was zur Hölle tut der Welpe also in der Wanne?

*Der Althund hätte längst Radau gemacht, sie ist kein sehr großzügiger Gastgeber…

Zuviel des Guten

Die Alttiere im Rudel haben ein Problem: Der Welpe ist zu niedlich. Nehmen wir den Althund, laut Fachexperten ein strenger, grenzenverliebter Regelsetzer, der so einem Welpen im Handstreich gutes Benehmen beibringt und sich nichts, aber auch gar nichts, keinen Millimeter, gefallen lässt!* Sie ist nicht nur, wie unsere Judith mal feststellte, durch die Erziehungsaufgabe „ganz weich“ geworden, sie ist ein peinlicher, devoter Waschlappen, wenn es darum geht, dem Welpen zu geben, was er will. Die letzten Scooterfahrten waren dermaßen schlaff, dass trotz des Kälteeinbruchs keine weiteren Touren mehr geplant sind – sie arbeitet ja ohnehin nicht, sondern trottet lustlos neben dem Scooter her. Alle Energie versackt in Spieleinheiten mit dem Welpen.

Am Nachmittag wollten die Alttiere ein Schläfchen halten, was der Welpe aber nicht gut fand. Er war nämlich ausgeschlafen und die Will-to-Schabernack-Anzeige stand bei 11. Zuerst bearbeitete er das Frauchen, das aber aufgeben musste, nachdem er die oberste Hautschicht der rechten Hand abgelutscht hatte. Der Welpe bekam ein klar verständliches „lass das jetzt“ zu hören. Der Althund lag derweil auf seinem Kissen und versuchte, trotz der Wuäwuäs des Welpen, ein Auge zuzutun. Da man dem Welpen nach der Ansage die linke Hand verwehrte, machte er sich am Althund zu schaffen. Das Frauchen verbot auch das, es sollte jetzt Ruhe sein! Der Welpe beschwerte sich, Ruhe pah! Ruhe ist was für Warmduscher! Der Althund machte zur Unterstreichung von Frauchens Ansage seinem Unmut mürrisch luft. Mit durchschlagendem Erfolg…

Der Welpe fiepte niedlich, legte den Kopf schief, klimperte mit seinen Wimpern, tatschte mit der Pfote Richtung Althund und wedelte erwartungsvoll. In weniger als einer Minute war der Althund über das bekannte „na gut, weil du’s bist“-Murren auf den Rücken gerollt und juckelte, mit den Beinen ansynchron rudernd, in Richtung Welpe, um sich von ihm benagen zu lassen. Der Welpe strahlte mit Althund im Maul übers ganze Gesicht, der Althund strahlte mit Welpenpfote im Maul übers ganze Gesicht. Erst, als der Welpe mit seinem vollen Kampfgewicht auf ihr hockte, wurde es zu viel und sie suchte das Weite. Ist es da ein Wunder, dass der Welpe größenwahnsinnig wird?

*Die Sätze fangen meist an mit „in freier Wildbahn / in der Natur ….“

Bloodsport

Wenn keine Hundeschule ist, geht der Welpe mit zum Wochenmarkt. Dort muss er alles das, was sonst auf dem Hundeplatz geübt wird, ausführen (still sitzen, sich zurück nehmen, auf den Menschen achten, den Metzger anschnorren etc.). Wie sein Vorgänger im Körbchen genießt der Bubs die Marktgänge sehr, denn überall riecht es gut und ab und zu kann man einen Snack außer der Reihe abgreifen. Natürlich ist man mit so einem niedlichen Welpen eine Attraktion – besonders, wenn man in einer Schlange steht und nicht weg kann.

Nein, was bist du für ein schöner Hund!“ Der Herr war geschniegelt und gebügelt und gar nicht die Sorte zerlotterter Hundehalter, die man sonst auf dem Markt antrifft. Ganz offensichtlich war er Katzenbespaßer, maximal Mopsträger, denn er hatte eine Reihe Weisheiten für das Frauchen parat. „Und wissen Sie auch, was Sie sich da antun? So ein Husky braucht sieben Stunden Auslauf täglich!“, sagte er ohne einen Funken ironischen Unterton. „Aha, mhhhm, ja, das passt schon“, brabbelte Frauchen und verkniff sich den Aufklärungsmonolog.

Aber wer weiß, vielleicht hatte der Herr ja recht. Vielleicht war er ein emeritierter Huskyforscher und die Menschen hatten bis dahin alles falsch gemacht? Das kann man doch nicht wissen, er hatte ja kein Schild am Revers. Nun, um auf Nummer Sicher zu gehen, haben die Menschen sich für Karfreitag was einfallen lassen. Der Bubs sollte seinen ersten Ausflug machen. Es ging in die alte Heimat der Menschen, zu den einzigen Menschen im Umfeld des Welpen, die ein ganzes Zimmer voll mit Würsten haben.* [Strahlende Welpenaugen hier einsetzen.]

Der Tag begann aussichtsreich. Beim Morgengassi mit Herrchen fing der Welpe seine erste Maus. Nach unzähligen Beobachtungen des Profimäusefängers im Rudel hatte er direkt beim ersten Beutezug Erfolg. Der Snack bekam ihm leider nicht gut, so dass Mäuseteile über weite Strecken der Außenbezirke verteilt wurden. Dann stach ihn relativ schnell nach der Ankunft im Wurstparadies eine Biene (oder Wespe) direkt in die Nase. Die Welpenschnute schwoll sehr rasch zu einem Ball an und tat höllisch weh. Kühlen durften die Menschen nicht, der Welpe lag lieber im Gras und jammerklagte. Der Schreck saß ihm tief zwar in den Knochen, gegen Nachmittag war alles aber soweit wieder gut, dass er mit dem Althund ein großes Loch buddeln konnte.** Zu allem Überfluss biss er sich dann beim Fangenspielen in noch die Zunge! Vom Grill fiel nichts runter, der Wurstkeller blieb hartnäckig verschlossen und der Feiertagsknochen, den er bekam, war viel zu klein. Insgesamt war die Sache mit dem Ausflug großer Mist. Wurde nur noch von der ersten Begegnung mit einem elektrischen Schafszaun getoppt. Das war ein paar Tage später. Jetzt hat er endgültig genug von dem ganzen „Erfahrungen, die man eben machen muss“ Gedönse und verlangt lautstark nach Käsekuchen. Welpen sind eben auch nur Leute.

*Und die ihn ohne mit der Wimper zu zucken auch direkt da rein lassen würden! …Wenn das oberfiese Frauchen nicht immer alles verbieten würde, was Spaß macht.

** Klarerweise eine kleine Aufmerksamkeit für die Wurstmacher. In dem schönen Loch könnten sie einen Baum pflanzen, einen Wurstbaum beispielsweise. Obwohl der Welpe auch einen Käsebaum nehmen würde, er ist da nicht so wählerisch.

Mannbarkeit

Es geht also los. Teenage Mutant Ninja Husky reckt seine hässliche Fratze am Horizont.

Als der Welpe einzog, bekamen die Menschen von Iris und Helmut eine Tüte voll mit Goodies und dem lustigen Aufdruck „Ohne Husky ist alles doof. Wald: doof. Wiese: doof. Sonne: doof. Spazieren: doof“. Der Welpe hat momentan dieselbe Laune wie ein Mensch ohne Husky: Alles ist doof.* Megadoof. Doofomatronic. Still sein: doof. Frauchens Zehen nicht abbeißen: doof. Vergammelten Salat liegen lassen: boa, Alter, dooof. An der Leine gehen, ohne mit dem Althund zu spielen? DOOF! Man lebt wie in einem Trump Tweet.

Zudem fruchtet langsam die Sozialisation durch den Althund und der will-to-schabernack ist sehr dominant. Das Beitragsbild zeigt ihn, wie er auf der Suche nach mehr Bananen – das ist das aktuelle, de rigueur Diebesgut – den Schreibtisch überfällt. Ein Tag ohne Streich ist ein verlorener Tag, denkt der Welpe wohl. So wird es weitergehen, bis die Frauen interessant werden. Vermutlich wird er zur nächsten Hundestunde nach den Ferien der schönen Ruby eine angenagte Bananenschale mitbringen.

… und das fällt jetzt erst auf: Er ist der einzige Rüde in einer Truppe voll mit Mädels!

 

*Alles außer sich draußen im Schlamm wälzen, mit dem Althund spielen, mit dem Althund raufen, Fressen, egal was.