Appetenz-Aversion

Es ist erst Dienstag, aber heute ist schon der zweite denkwürdige Tag in der Welpenentwicklung diese Woche!  Gestern hat der Welpe das erste Mal im Affekt das Beinchen gehoben.* Vor genau zwei Stunden hat der verfressene Welpe das erste Nahrungsmittel kennengelernt, dass er trotz aller Bemühungen nicht runterwürgen konnte. Jalapeños.

Die Menschen verbringen neuerdings ihren Feierabend im Park, bei Sloppy Joes, den einzigen Tacos mit Maisttortillas der Stadt und sabbernden Hunden. Abgesehen von ihren Serviettenaufgaben sitzen die Hunde sehr zufrieden vor einem wasserlinsigen Teich, mit riesigem Plastikfisch drauf, den sie gebannt beobachten, während er betulich von einem Ufer ans andere dotzt.** Dem Frauchen hüpfte eine Jalapeñoscheibe aus dem zweiten Taco, die der Bubs sich natürlich schnappen wollte. Aber weh, das bitzelte zu sehr in der Nase! Erst schüttelte er den Kopf angewidert, nagte sich den Stress an einem Ast ab und änderte dann die Strategie. Nur das Dressing abschlecken, würde zumindest etwas Beute bringen… Leider scheiterte auch dieser Versuch am unangenehmen Bitzeln. Der Appetenz-Aversions-Konflikt sollte nicht enden. Der Bubs wollte in jedem Fall den freien, nicht reglementierten Snack haben, unbedingt wollte er den. Aber das Zeug pikste ihn in die Nase und er konnte solche Widerwehr eines Snacks nicht einordnen. Bananenschalen sind jedenfalls deutlich willigere Opfer. Nach einigen Versuchen gab er genervt auf und legte sich schmollend neben sein Herrchen. Die schlimme Erfahrung verarbeitet er offensichtlich gerade im Traum: Er schimpft wie ein Rohrspatz.

*Bericht folgt demnächst in aller Ausführlichkeit, denn Hundebesitzer unterhalten sich über nichts lieber als über die Ausscheidungstätigkeiten ihrer Hunde.

** Es ist hier zwar sehr schön, aber es ist die Provinz. Da ist die Unterhaltung noch eindimensional.

Eine Spielsequenz

In der Hundeschule wird manchmal eine Übung gemacht, bei der die Menschen die Unterhaltungen ihrer Hunde synchronisieren müssen. Natürlich geht das mit unserer Judith viel ernster ab und orientiert sich am Interaktionsverhalten der Hunde in einer bestimmten Situation, aber das Herrchen und das Frauchen synchronisieren jetzt standardmäßig ihre Hunde.*

Hier ist eine Spielsequenz von letzter Woche, mit Untertiteln vom Frauchen.

*Danke, Judith… 

Armer Althund!

Lieber Althund,

es tut mir so leid, dass du seit vier Monaten so müde bist. Dein Fell ist mit Spucke verklebt und dir fehlen einige lange Haare in der Rute. Der Rest von dir ist ergraut. Dein ganzes hartes Wesen hat er dir kaputt gemacht. Bindung, Schmindung! Du warst mal ein rauer, einsamer Wolf, jahrelang hast du dir unter den Nachbarshunden einen üblen Ruf erkämpft. Jetzt hat der dich schon fast zahm gelegt. Was fällt ihm ein, dir ritterlich zur Seite zu springen? Als wärst du so ein zartes, onduliertes Tusschen wie die Pudelin die Straße runter. Du kannst dich durchaus ohne Dreikäsehoch dabei behaupten, vielen Dank auch! Dein Leben ist trist und fad, Tag ein, Tag aus musst du den Welpenanimateur geben. Unersättlich ist er, Spielen, Kämpfen, Flitzen, Spaß haben!

Und dann reden dir auch noch ungefragt Hinz und Kunz in deine Arbeit rein. Wenn du hier schon Aufgaben übernehmen sollst, dann wenigstens als kleiner Rudelduce. Er hat in deinem Körbchen geschlafen. Er hat aus deinem Napf gefressen. Er hat sogar versucht, dich zu bekuscheln! Alles macht er dir nach, da hast du eine Maus geschnüffelt und schon steckt seine Nase mit dir im Blätterhaufen. Alle deine Kampfmanöver guckt er dir ab und wendet sie frech gegen dich an! Und jetzt ist der auch noch so groß und schwer wie du! So hattest du dir das nicht vorgestellt, ich weiß.

Aber, schau, er kann nicht mehr zurück. Er frisst zu viel, die Kahnawakes müssen doch schon Sisko durchbringen. Das süffisante „Lusche“ von Kira würdest du dein Lebtag nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Nein, diese Schmach wäre schlimmer als den Welpe auszuhalten! Er ist zwar eine Nervensäge, aber wenigstens ist er deine Nervensäge. Wir müssen jetzt alle die Zähne feste zusammenbeißen. Wie der Welpe, wenn er mal wieder deine Rute gefangen hat.

Zum Trost bekommst du heute eine Bullenklöte ganz für dich alleine!

Dein Frauchen,

mit einem ganz, ganz schlechtes Gewissen, weil es dir diesen garstigen Welpen vorgesetzt hat.

Was die Menschen wert sind

Gestern noch erklärte Iris einem Nur-Katzenhalter, dass man mit Hund wenigstens freudig beim Heimkommen begrüßt wird. Katzen, wie alle Welt weiß, warten nur arrogant darauf, dass die Dose – die richtige Dose! – aufgemacht wird. Erst später fiel dem Frauchen ein, das krumme Weltbild von Iris zu korrigieren. Der Welpe ist nämlich eine treulose Tomate oberster Ordnung. Sicherlich liegt es daran, dass er einfach nie erlebt hat, dass seine Lieben verschwinden. Daher ist es nie schlimm für ihn, wenn jemand kurz weg ist – es kommen ja immer alle wieder. Eigentlich ist das was Schönes, aber es treibt mitunter seltsame Blüten im Rudel. So sieht es hier aus, wenn ein Mensch heimkommt.1

Option A – der Welpe liegt irgendwo rum. Ein abwesender Mensch kommt heim, wird vom Althund freudig begrüßt, der Welpe dreht sich auf die andere Seite. Manchmal wacht er gar nicht erst auf.

Option B – es gibt etwas vage Fressbares in der Umgebung des Welpen. Zum Beispiel diese Szene, abwesender Mensch, das Herrchen: Es gab gerade Abendfressi. Der Althund frisst deutlich langsamer als der Welpe, logisch, denn sie kann ja auch ihren Kiefer nicht ausrenken. Darum steht der Welpe oft gespannt wie ein Flitzebogen vor ihr und wartet darauf, dass sie fertig ist, damit er den Napf ausschlecken kann. Der Welpe saß also wieder mit tropfendem Zahn vor dem Althund, die doppelte Portion hatte ihm nicht gereicht. Das Herrchen kam hörbar nach Hause. Der treue Althund schleckte oberflächlich seinen Napf sauber und machte sich nach unten auf, um das Herrchen angemessen freudig in Empfang zu nehmen. Der Welpe stand kurz da, registrierte mit einem halben Ohr, dass Herrchen heimkommt und … fiel dann energisch über den leeren, aber nicht ganz sauber geschleckten Napf vom Althund her. Um es deutlich zu sagen: Der noch leicht verschnuddelte Napf des Althundes, gesamte Kalorienausbeute vielleicht 0,5kcal, ist dem Welpen näher als sein heimkommendes Herrchen! Dieses Verhalten liegt mitnichten am Herrchen, das Frauchen oder der Althund sind nicht mehr wert.

Da der Welpe so hübsch aussieht, wartet er nicht vor Geschäften. Aber die Menschen sind sich absolut darüber im Klaren, dass er mit jedem freudig mitgehen würde, der bessere Leberwurst hat. Ach was, Leberwurst, der würde sein Rudel für ein angeschnupftes altes Tempo stehen lassen! Hauptsache fressbar!2

 

 

Erstes Halbjahr

Bubbles‘ Frauli hat dran gedacht – wir waren durch Familienbesuch viel zu beschäftigt, um gestern den ersten halben Geburtstag unseres A-Trios zu verkünden.

Unsere drei Hübschen sind wunderschön geworden – auf diesen Lorbeeren darf sich Mama Kira ausruhen – genauso wie Papa Doby natürlich!

Antonius of Kahnawake aka Bubbles
Antonius of Kahnawake aka Bubbles

Alban of Kahnawake aka Sammy
Alban of Kahnawake aka Sammy

MBBISS Almudis of Kahnawake aka Nukka
MBBISS Almudis of Kahnawake aka Nukka
Bei Sporty Bubs (Antonius of Kahnawake) schlagen wunderbar die Arbeitslinien väter- und mütterlicherseits durch. Er ist ein unermüdlicher Springinsfeld und wird seinem sportlichen Frauli viel Fitness und Freude bringen.

Mehr Bilder und Geschichten über Bubbles unter den Stichwörtern Bubbles oder Antonius of Kahnawake und in Bubbles‘ Baby Blog.

Funny Sammy kommt ganz nach seinem Großvater väterlicherseits, Tiesto (Jo-Kar’s Black Magic Mountain) – bloß in Rot, und bringt seine Leute ordentlich in Bewegung.

Mehr Bilder und Geschichten über Sammy unter den Stichwörtern Sammy oder Alban of Kahnawake.

Princess Nukka (Almudis of Kahnawake – zweimal Bestes Baby in Spezialrasseschau!) ist eine überaus gelungene Mischung aus der bildschönen Struktur und dem Pelz von Vater Doby (Waterfall Velnio Malunas) und den Outdoor- und Fitnessqualitäten von Mama Kira (Zausel’s Red Rose). Sie ist am liebsten draußen – auch nachts!

Mehr Bilder und Geschichten über Nukka unter den Stichwörtern Nukka oder Almudis of Kahnawake.

 

Rebirthing

*GÄHN*

Heute vor sechs Monaten haben sich Kira und Iris die Nacht um die Ohren geschlagen, um den A-chens auf die Welt zu helfen. In Solidarität und im Angedenken an dieses denkwürdige Ereignis hat der Welpe heute ab 2:30Uhr durchgehend RAMBAZAMBA gemacht und seine Menschen auf Trapp gehalten. Außer, dass er größer und schwerer geworden ist, hat sich also nicht viel geändert.

Welcher Pups ihm genau quer saß, weiß keiner. Er wollte halbstündlich raus und wehe man war nicht schnell genug in den Schuhen, dann heizte er einem ein. Draußen wurde ein Farn im Garten um die Ecke gebracht und die üblichen Gassiwege kontrolliert, es wurde rumgetollt und auch etwas Klo gemacht. Natürlich nicht in einem Ausmaß, dass eine solche Gassifrequenz rechtfertigen würde. Die einzige, die das alles nur marginal juckte, war der Althund, die sich sehr freute, endlich das warme Bett für sich allein zu haben. Die Menschen quälen sich seither verschlafen und halbgar durch den Tag, nur einer schläft mit Unschuldsmiene – der Welpe.

Nächster Versuch

Dies sollte ein Beitrag über das schöne Gassi mit den Kahnawakes werden. Der Welpe war nämlich heute wieder in voller Huskyrudelstärke am Wasser unterwegs und hatte enorm viel Spaß. Bilder wechselten schon die Inboxen mit seelig schlummernden, blütenreinen Huskies. Das Frauchen hatte in der ersten Version dieses Beitrags geschrieben, wie der Bubs von Mutti Kira am Ufer umgerannt wurde und wie lustig das war.* Wie er danach mit Mutti Kima durch das Feld flitzte und kaum über die Vegetation gucken konnte. Wie gut er auch im tiefen Wasser zurecht kommt und wie flink er mittlerweile ist. Wie der Onkel Sisko die Welt nicht mehr verstand, als keiner sein Exkrement-Experiment angemessen würdigen wollte. Und wie rührend liebesbedürftig er plötzlich wurde, nachdem er sich mit Dung vollgeschmiert hatte. Bevor das Frauchen den Beitrag veröffentlichen konnte, war nur noch eine kleine Runde übers Feld geplant. Noch einmal auslüften, vielleicht ein bisschen Fangen spielen, ein paar Tricks üben. Und dann den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Ja, die Hunde flitzten noch ein bisschen, ganz nach Plan. Dann verschwanden sie im Feldgraben, es machte WOMP WOMP und Dreck spritzte. Der Welpe kam auf Zuruf wieder. Wie sagte Iris heute? „SCHAU MAL, ICH HAB SAUEREI GEMACHT!“ Na toll, jetzt stinkt er wieder.

*für die Menschen.

Er hat sie.

Seit Wochen wartet das Frauchen darauf, dass der Welpe den Althund fängt. Eine zunehmende Verfeinerung der Jadgstrategien im Spiel konnte beobachtet werden (Weg abschneiden, Scheinattacken, erhöhte Position suchen). Meistens endete es damit, dass der Welpe ein Haar der üppig beplüschten Rute des Althundes zu fassen bekam und sie so ausbremste. Heute nun endlich hat er sie im Lauf erwischt! Auf kleinem Raum im Garten, zugegeben, aber das wird auf der Wiese auch bald gelingen. Der Welpe ist fünf Monate und 22 Tage alt.*

*Und dem Althund tut das Ego weh. Sie war not amused davon, dass man den jetzt ernst nehmen muss.

An die Wand geklatscht

Der Welpe sprang euphorisch in den abgestandenen, faulig riechenden Resten des Felddrainagegrabens auf und ab. Wie immer kam er ganz braun und stinkig wieder heraus, aber diesmal wurde mit den Drohungen ernst gemacht. Das ganze Gassi über hatte er den Althund und das Frauchen genervt. Besonders der Althund wollte ein Exempel statuieren. Zurück in der Rudelresidenz wurde der Welpe nach allen Regeln der Kunst über dem hochherrschaftlichen Kamin* an der nobel getäfelten Wand *räusper* aufgehängt, neben unzähligen Mauskadavern und der einen altersschwachen Bisamratte, die der Althund mal zum Quieken gebracht hat.

Und wenn er sich nicht benommen hat, dann hängt er noch heute!

 

*so herrschaftlich, dass er leider nicht ins Bild passte

Hm.

Was soll man zu diesem Beitragsbild noch sagen? Vielleicht, dass der Welpe solche Nummern jeden Tag bringt. Eine Verknotung folgt der nächsten und meistens fehlt eine Kamera zur Dokumentation. Wenn er in der Pubertät seinen Napf packt und abhaut, wird er wahrscheinlich den Traum eines jeden Ausreißers leben und beim Zirkus anfangen können.

Und man sollte erwähnen, dass das Körbchen mal als rückengerechtes Körbchen für den alten Malamuten angeschafft wurde…