Rülpe

Aber Frauchen, du Dummerli. Rüpel schreibt man das. Ja schon, lieber Leser, das trifft wohl auch auf den Welpen zu. Aber diese Seite zeigt er nur seinen Menschen gegenüber, heute geht es um den Welpen und den Althund. Und da verschiebt sich die Anzeige auf der Welpe-Rüde-Skala immer weiter in Richtung Rüde. Grzimeks possierlicher Huskybursche demonstriert der Hündin neuerdings täglich das artübergreifend charakteristische Verhalten von Säugetiermännchen, die stieren Blicks das Goldkettchen auf dem überquellenden Brusthaar zurechtrücken, um einem wohlgeformten Hinterteil nachzustellen. Rüdin mag sie wohl sein, aber der Althund kann auch lockendes Weib. 1 Und sie suhlt sich in der ungewohnten Aufmerksamkeit.

Nach langen Spieleinheiten, in denen sie mal kratzbürstig, mal tänzelnd um den Rülpen herumscharwenzelt – wer sich an Pepe le Pew und seine Penelope aus der Bugs Bunny Show erinnert, kann sich das bildlich vorstellen -, wird jetzt ernst über ihre Markierungen gepieselt. Was sie anerkennend und zufrieden annimmt. Heute legte sie sich mit Stolz geschwellter Brust neben ihre übermarkierte Duftmarke im Garten und schaute provokativ zum Frauchen. Ein artübergreifender Blick von Säugetierweibchen zu einer Konkurrentin, wenn ein begehrtes Männchen dingfest gemacht werden konnte. Im nächsten Moment quäkt er die Tür zu den Futterboxen an und beißt sich aus Übersprung in die Pfote. Ein Rülpe eben.2

Mini-Tournee

Ein anstrengendes und spannendes Wochenende: 1300 km Fahrt, badische Sommerhitze und Münchner Dauerregen, Familientreffen und viel Unterstützung von Freunden, kein Platz auf dem Siegertreppchen, aber vorzügliche Bewertungen.

Bei der Saar-Pfalz-Schau (Samstag, 24.06.2017) erhielt Nukka (Almudis of Kahnawake) von Zuchtrichterin Hassi Assenmacher-Feyel (DE) in der Jüngsten Klasse ein „Vielversprechend“ und erreichte den zweiten Platz (VV2). Kira (Zausel’s Red Rose) wurde mit „Vorzüglich“ bewertet und erreichte ebenfalls den zweiten Platz (V2) in der Offenen Klasse. Da es mir züchterischem Greenhorn vor allem darum ging, dass beide Mädchen hohe Bewertungen erhalten, bin ich sehr zufrieden mit dem Erreichten.

Außerdem erlebten wir an diesem Tag ein fröhliches Familientreffen, da Sammy (Alban of Kahnawake) mit seiner Familie zur Schau kam, um Kira und Nukka zu unterstützen, wie Bubs (Antonius of Kahnawake) und seine Familie das aus der Ferne taten.

Vom Badischen ging es quer durchs Land nach München zur Rassehunde Gemeinschafts-Ausstellung des VDH auf dem Gelände der Trabrennbahn Daglfing (So 25.06.2017). Zuchtrichterin Maria Grazia Miglietta (IT) bewertete Nukka in der Jüngsten-Klasse mit einem weiteren „Vielversprechend“, und meine große Kira landete zwar auf dem dritten Platz in der Offenen Klasse, aber mit einem weiteren „Vorzüglich“ – Ziel erreicht! Greenhorn glücklich!

Leider haben wir keine Fotos „on the Show“, samstags habe ich es vergessen, am Sonntag hat es der Regen vereitelt. Deshalb gibt es hier nur ein paar Schnappschüsse von unterwegs.

Nukka

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Nach dem Bad / After Grooming

Wir danken Nukkas Familie, dass sie mir ihr Mädchen übers Wochenende anvertraut haben, Angela Tagliaferri (Lagotto Romagnolo Accompagniatore) fürs perfekte Grooming, Simone Ebardt-Heidt (Siberian Huskies of Savannah Town) für den Schutz vor brennender Sonne und Dauerregen, Sammys Familie für den lieben Besuch und Bubs‘ mit Familie fürs Daumendrücken!

 

Alle Pfoten für Mutti und Nukka!

Liebe Mutti,

morgen halte ich Dir und dem Schwesterchen ganz doll die Pfoten! Dem Althund quetsche ich die Pfoten, damit die Iris dieses Wochenende gut über Deutschlands Autobahnen kommt, und extra für Nukka beiß ich dem Herrchen morgen früh, pünktlich um 5:34 Uhr, in den großen Zeh. Lass Dir von den ganzen Schönheitsrichtern nichts einreden, Du bleibst für mich die Allerschönste, die kuscheligste und wohlschmeckendste Mutti von allen Muttis! Ich hab heute schon mal Eure Belohnung für’s Stillstehen und für’s imposant Laufen getestet, ist nicht vergiftet. Ihr könnt Euch also ganz beruhigt auf die After-Show Snacks freuen. Und falls die Iris so ein Geizkragen wie mein Herrchen ist und den Quark nicht rausrücken möchte, könnt Ihr zu mir kommen. Ich brauche nur 30min mit Onkel Sisko, dann kann ich den Kühlschrank aufmachen!

Ganz viele liebe Grüße von Eurem Bubs

17 Stufen zurück

Liz Ricker und Togo
Elizabeth Ricker und Togo in Poland Springs 1927

An manchen Tagen studiere ich aus bloßem Interesse Pedigrees, d.h. Stammbäume unterschiedlicher Hunde, zunächst einmal soweit diese online einsehbar sind. Z.B. bei Pawvillage oder in der World Pedigree Database bei ingrus.net. Dass nicht alles korrekt ist, ist mir bewusst, aber einen Eindruck kriegt man dennoch.

Dort findet sich auch Kiras Stammbaum. Wenn ich den zurückverfolge, lande ich nach etwa 17 Generationen bei Leonhard Seppalas legendärem Leithund Togo. Das ist wenig verwunderlich, weil letztendlich alle Siberian Huskys auf eine Handvoll Hunde, mit denen Seppala die Zucht begann, zurückgehen. Aber dass es nur 17 Generationen sind, dass nur 17 Hunde zwischen meiner Hündin und einem der Stammväter der gesamten Rasse stehen, das hat mich dann doch beeindruckt. 🙂

Wie in alter Zeit

Frühmorgens, besonders gerne am Wochenende und dann besonders gerne sehr früh morgens, muss der Welpe auf’s Klo. Die schlaftrunkenen Menschen agieren mitnichten so fix, wie er es sich dann wünschen würde und er hat einiges damit zu tun, die Gassigänger in Schwung zu bringen. Sobald die Menschen später aber zu einer schönen Tour aufbrechen wollen, rächt er sich. Dann lässt er die Menschen mal tanzen und arbeiten, um ihn in Schwung zu bringen. Als das Frauchen eines Sonntags zum drölften Mal mit der Leine klimperte und bittebitte machte, verschwamm plötzlich ihr Bild und durch einen grauflimmrigen Schleier wurde sie in die Zeit ihrer früheren Inkarnation transportiert…

Die Sonne brannte unerbittlich auf die gedrungenen Lehmhütten am Rande des kleinen, nahezu ausgetrockneten Flusses. An den flachen Ufern und weit bis hinein in die Steppe waren Felder und Dattelhaine angelegt worden, die dank eines pfiffigen Kanalsystems der Trockenzeit zu trotzen versuchten. Im Zentrum der Siedlung, in einem besonders reich verzierten Gebäude, dessen Eingang mit mächtigen Stämmen aus libanesischer Zeder gesäumt war, vermischte sich hektisches Flüstern mit dem Geräusch scheppernden Metalls. Eine verhuschte, weibliche Gestalt in hellem Leinen trat in die Mittagssonne und rückte ihren Schurz zurecht. Die Lederschnüre, die sie bei sich trug, arrangierte sie elegant auf einer Bronzeplatte, sprenkelte duftende Jasminblüten darüber und schickte sich an, die 144 Stufen des Tempelbergs zu erklimmen, der sich dräuend hinter dem Haus der Zedern erhob.

Bubsduk-El und seine Ascherah, zwei überlebensgroße, wolfsähnliche Gestalten, aalten sich schlaftrunken auf bestickten Kissen. Bubsduk-El, Gott allen Schabernacks und Herr des Dorfes, lag rücklings an seine schwarz-weiße Gefährtin gelehnt. Sein Pelz in der Farbe gerösteter Schafsköpfe wogte sich sachte unter seinen mächtigen Atemzügen. Exotische Jünglinge spendeten ihnen mit großen Fächern Schatten, Weihrauchschwaden rahmten aus riesigen Feuerschalen ihre Warte. Im Hintergrund zupften zwei halbnackte Schönheiten gelangweilt auf Winkelharfen und priesen in wohlgeformten Zeilen die Macht ihrer Meister. Die kleine Priesterin wischte sich behände den Schweiß von der Stirn, während sie sich kriechend ihren Göttern näherte.

„Oh großer Bubsduk-El, mein Herr, Deine unterwürfigen Untertanen huldigen Dir! Bringen wir nicht Opfer und salben wir deinen Leib nicht mit den feinsten Ölen? Kämpfen wir nicht gegen deine Feinde und mehren deinen Ruhm? Siehe, unsere Felder sind trocken und die Früchte der Felder klein und hutzelig. Gib uns Deinen Segen, Oh Bubsduk-El, begleite mich nach unten und schreite durch Dein Reich!“ Bubsduk-El räkelte sich an seiner Ascherah, die müde eines ihrer eisblauen Augen auf die Priesterin richtete.

„WURM. OPERE UNS.“, dröhnte sie.

Unter viel Jajaselbstverständlichnatürlichsofort kroch die Priestern wieder rücklings vom Tempel und schickte sich an, die letzten verbliebenen Opfergaben zusammenzusuchen. 144 Stufen später erschien sie in Begleitung ihrer Mägde, mit schwer beladenen Bronzeplatten in den Händen, von Schweiß und keuchendem Atem gezeichnet. „Oh, großer Bubsduk-El, wir bringen Dir Köstlichkeiten aus der Tempelküche!“, japste sie. Siehe, es gibt süße Datteln, frisch von Deinen Feldern, und wir haben Bier, auch Eselsmilch und Fladenbrote!“ Bubsduk-El, kräuselte seine Stirnfalten. Unter seinen weißen Brauen loderten gravitätische Augen, gewitzt, kapriziös und jadegrün. Er schnüffelte interessiert an den Gaben und schielte fragend zu seiner Ascherah.

„WURM. IST DAS ALLES?“, dröhnte sie.

„Oh, mächtige Ascherah, Ursprung allen Lebens und Mutter der Flüsse, doch, das ist alles, was noch da ist. Zicklein ist aus, Ihr habt die letzten Stücke gestern gefressen. Ich kann Euch leider kein Blutopfer darbringen, die Tempelpferche sind leer… bittebitte fresst Eure treue Dienerin nicht! Vielleicht etwas Geselchtes?“ Die Priesterin bot ein Stück Schinken an, das die Ascherah zögerlich schnüffelnd, aber trotz der schillernden Farben auf dem alten Stück Fleisch hungrig annahm. Bubsduk-El robbte derweil zu einer mit Ziegenfrischkäse beladenen Platte und fraß, wie nur Götter fressen können. Mit vollgestopften Backen schleckte er zufrieden sinnierend die erste Platte leer und machte Zeichen, dass man ihm das nächste Tablett unter die Schnauze halten solle.

Nein, dachte die mittlerweile schon sehr ängstliche Priesterin, wir dürfen nicht zulassen, dass er unsere letzten Vorräte frisst, ohne über die Felder zu gehen! Sie fasste sich ein Herz, riss der Magd die Platte mit Käse aus der Hand und bewegte sich damit langsam rückwärtskriechend die Stufen zum Tal herab. Bubsduk-El und seine Ascherah erhoben sich majestätisch und folgten träge der Käsespur. Als alle Platten leer und die Knie der kleinen Priesterin blutig geschürft waren, kam die seltsame Prozession im Dorf an. Die Gottheiten schüttelten ihren Pelz und trotteten gebieterisch in Richtung Felder, wo die Früchte der Erde nach ihrem Segen dürsteten. Die kleine Priesterin brach unter einem Seufzen an einer Zedernsäule zusammen und stieß Dankgebete zu den Göttern.

… Na prima, dachte das Frauchen als die Vision vorbei war. Nichts Neues unter der Sonne. Sie ging in die Küche und öffnete den Kühlschrank. Eilige Hundepfoten tapsten in freudiger Erwartung von Quark in Richtung Haustür.

 

Konzentration, Welpe!

Der Welpe ist heute 204 Tage alt und hat schon sehr viele Dinge in seinem jungen Leben gelernt. Er hat eine ungefähre Ahnung, wie die Welt funktioniert und welche Knöpfe er in seinem Patchworkrudel drücken muss, um an Fressi oder Aufmerksamkeit zu kommen. Er weiß – theoretisch – wie man sich durch die Stadt bewegt, wie man den Althund beim Kämpfen besiegt, wo das beste Aas verrottet und was die Menschen von ihm wollen, wenn sie „easy“ sagen.* Gestern hatte er die ersten kurzen Testläufe als zukünftiger Schlittenhund und er hat sich phänomenal gemacht! Auch wenn die Iris grundsätzlich für’s Joggen Entwarnung gibt, traut sich das Frauchen wegen seiner zarten Glieder noch nicht richtig, mit ihm ein bisschen Stoff zu geben. Aber für ca. 400m lief er ruhig, flott, mit einem gleichmäßigen, kräftigen Zug, angelegten Ohren und unter Ausblendung von allen Ablenkungen.** Das Frauchen wäre beinahe geplatzt vor Stolz!

Dabei ist nichts von allem, was das kleine Gehirn bislang verarbeiten musste, so kompliziert, wie auf drei Beinen zu pinkeln. Wer bitteschön hätte das vorhergesehen? Wie kann das Automatisieren vom Dreibeinstand denn so lange dauern? Wir reden hier nicht von den verklausulierten Duftbotschaften, um die es bestimmt zusätzlich auch geht. Das Frauchen kann die verschiedenen Aromen ja nicht auseinander halten, darum kann dazu keine Aussage gemacht werden. Nein, nein, alleine der Aufbau der Motorik verbraucht im Verhältnis so viel Lernzeit wie Meschen zum Lernen des Handstandes brauchen. Handstände sind schwer! Das Gehirn muss sich komplett umstellen, Muskeln, die sonst bräsig auf dem Sofa rumfläzen können, müssen korrekt arbeiten. Die Knochen im Arm sind nicht dazu gebaut, um das Körpergewicht zu tragen. Aber ein Hund hebt eins von drei Beinen, wie viel Umstellung kann das benötigen? Der Welpe befindet sich in Woche drei als Stehpinkler und das Gesicht ist weiter von angespannter Konzentration gezeichnet, wenn es ans Markieren geht. Er wankt noch und muss sehr deutlich bewusst korrigieren, wenn er das Gleichgewicht nicht sicher findet. Der Strahl geht weiterhin auf die Vorderpfoten und wenn er abgelenkt ist, beispielsweise nochmal Kontrollschnüffeln muss, ob die Stelle zum Markieren auch passend ist, pinkelt er sich unabsichtlich auf die Nase. Man kann nur fassungslos daneben stehen. Der Bauplan von Hunden ist sehr, sehr seltsam.

*Die wollen ganz eindeutig, dass er sie eine Böschung runter zieht!

** Er lief an einem Dönerpapier vorbei. Bestimmt mit noch Sauce dran, vielleicht sogar einem Fitzel Fleisch! Dönerpapier hat der Welpe fast so gern, wie richtigen Döner.

Endlich, legale Kinderarbeit!

Der Kapitalismus ist  gerettet! Das Frauchen möchte im Herbst gerne groß mit Iris Scooter Shoppen gehen. Neue Geschirre, Ruckdämpfer, noch ein Bauchgurt und vielleicht ein Trike für die kommenden Jahre mit zwei Hunden stünden ebenfalls auf dem Wunschzettel. Leider hat der liebe Gott vor das Vergnügen das Budget gesetzt und das Frauchen ist nicht sonderlich motiviert, für eine extravagante Shoppingtour den Lottogewinn zu opfern. Wozu auch, sie hat jetzt diesen multifunktional einsetzbaren Welpen, der sich am Brötchenverdienen ruhig beteiligen kann. Alt genug ist er ja. Natürlich wird unter der Ägide des Zwingers von Kahnawake kein Schlangenöl verkauft, der Welpe ist jeden Heller wert. Erfolg garantiert, dafür haftet das Frauchen mit Iris Namen!

MIT WELPEN KNOW HOW DEN ALLTAG MEISTERN

Von der Natur lernen, heißt siegen lernen. Weltweit bemühen sich Forscher in Laboren darum, einzigartige Naturstoffe wie die phänomenal haltbare Spinnwebentechnologie, Schmutzabwehr in Lotusform oder erstaunliche Chamäleon-Tarnkünste nachzuahmen. Die nächsten aufregenden Fortschritte in der Nutzbarmachung evolutionärer High-Tech liegen in Applikationen für das sogenannte „smart home“*. Durch den Einsatz hochspezialisierter Huskywelpen können bald auch Normalbürger von den Fortschritten in Naturwissenschaft und Technik profitieren. Im Haus zernagt der Welpe mit seinen kräftigen Reißzähnen Regale, Tische und Altpapier so rasch, dass die Kieferkräfte von Krokodilen dagegen wie ein müdes Milchzahngebiss erscheinen.

Mit geschlossenem oder leicht geöffneten Maul kann er zudem in den Abendstunden und an Feiertagen als geräuscharme, stromsparende Alternative zum Staubsauger eingesetzt werden. Einfach warten, bis er sich auf den Rücken dreht – diese Funktion wird kostenfrei mitgeliefert! – und bequem vom Sofa aus mit einer Angel ein Würstchen im Raum bewegen. Der Welpe wird sich auf dem Rücken zur Wurst hinbewegen (das sog. „Appetenzprogramm“) und Staub, gemeine Wollmäuse und Sand in seinem Mikrofaserpelz absorbieren. Kekskrümel oder vom Tisch gefallenes Essen entsorgt er umweltschonend und ohne Aufpreis nebenbei.**

Im Garten entpuppt sich der Welpe als flinker, ideenreicher Allzweckhelfer. Mit seinen maulwurfsgleichen Grabwerkzeugen bereitet er den Boden vor, lockert auch untere Bodenschichten auf und hinterlässt ohne Anleitung kreative Pflanzlöcher für Zierpflanzen oder Stauden. Rasen pflegt der Welpe mithilfe der bereits gut gefestigten Mushingkommandos: Legen Sie ihm einfach eine Tüte Rasensaat hin – er wird sie eifrig benagen und in einem wilden Tanz über Ihr Grundstück schleppen. Durch die Nagelöcher rieseln die Samen dank einzigartiger Graviationsmechanik auf die zu bepflanzende Fläche. Mit der Fernbedienung durch Kommandos wie „gee“ oder „haw“ können Sie den Welpen in die entsprechenden Areale des Gartens lotsen, die Sie besät haben möchten. Auch Bäume kann er stutzen, selbstverständlich nur in Schnauzenhöhe, aber dort halten ihn auch dickste Verwachsungen nicht auf! Durch das neu implementierte Sprinklersystem düngt und wässert er zudem die Neupflanzungen effektiv und wassersparend. Ihre Jahresabrechnung wird es Ihnen danken!

Es bietet sich jetzt die einmalige Gelegenheit, diesen multifunktional einsetzbaren Welpen zu mieten! Für Arbeiten im Haus werden unschlagbare 150€ pro Stunde berechnet. Außenarbeiten sind aufgrund des erhöhten Kalorienbedarfs mit 180€ veranschlagt. Exklusive Anfahrtskosten und Mehrwertsteuer.

Interessenten nutzen bitte unser Kontaktformular!

*engl. Fachbegriff für das gerissene Haus

** Selbstverständlich können Angel und Wurst für einen kleinen Aufpreis beim Hersteller online bezogen werden, Sie müssen nie das Haus verlassen!

Besuch bei Sammy

Am Samstag haben wir Sammy und seine Familie besucht. Erst wurden bei strahlendem Sonnenschein jede Menge Autobahnkilometer absolviert, dann führte uns das Navi souverän und kompetent durch Pforzheim (das mit Marburg die bergige Topographie gemeinsam hat) zu unserem Ziel.

Sammy (Alban of Kahnawake)Sammy war schon seit dem Morgen aus dem Häuschen gewesen – wahrscheinlich hat er Lunte gerochen. Als er dann begriff, wer da zur Haustür hereinkam, da gab es kein Halten mehr. Bald rannte er unter Welpengekläff durchs Haus, um dem Besuch seine neue Heimat zu zeigen (inkl. Bad im Gartenteich), bald warf er sich vor Mama Kira und Onkel Sisko zu Boden und überschüttete vor allem seine Mama mit Küssen. Sisko ließ sich allerdings bei seiner gelassenen wie zielstrebigen Inbeschlagnahme des Terrains nicht stören. Und während Kira und Sammy während des Mittagessens keinerlei Anstalten machten zu betteln, zog Sisko bei Tisch alle Register seines Könnens – dank unserer Vorwarnung ohne Erfolg!

Kira (Zausel's Red Rose)

Als wir gemeinsam, aber mit zwei Fahrzeugen, zum Ausflug ins Eyachtal aufbrachen, machte Sammy sehr deutlich, dass eine Trennung von Mami für ihn nicht in Frage kam, musste sich aber in Geduld üben. Dafür wurde er nicht müde, seinen Gästen die Vorzüge dieser Spazierstrecke zu zeigen: die besten Planschstellen im Bach, die Kletterwinkel, die Rennstrecke auf der Wiese und die abertausenden von Mauselöchern und Wildpfaden. Die Begeisterung, mit der Sammy das tat, war Beweis genug, dass er bei seinem Pforzheimer Rudel rundum glücklich ist – mehr kann man sich für einen Welpen nicht wünschen!

SiskoBei der abschließenden Einkehr im Gasthaus Eyachmühle (sehr empfehlenswert!!!) lagen alle drei unterm Tisch und erholten sich von den Abenteuern in der kleinen Aue, während wir uns an köstlichem Eis gütlich taten.

Und wieder einmal haben Helmut und ich festgestellt, dass es eine der schönsten „Nebenwirkungen“ der Husky-Zucht ist, Freunde zu finden.

Im Eyachtal (Schwarzwald)

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©2017 N. & R. Stegmann

Alle Bilder auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt: ©2017 N. & R. Stegmann

Charmebolzen

Nach kurzen Ausflügen in die beinharte Rüdenwelt verfällt der Welpe in Regression, um sein Rudel daran zu erinnern, dass er das ja alles gar nicht so ernst meint und noch ein ganz harmloser Dreikäsehoch ist.* Im Gegensatz zu … vorgestern, als er in der Tat noch so hoch wie drei übereinander gestapelte Fetadosen war, kann er im Lümmelstatium seine tapsige Possierlichkeit mit einem variantenreichen Spektrum in Mimik und Gestik viel besser ausdrücken. Der Althund und das Frauchen haben am Samstag einen drei Monate alten Malamutwelpen kennengelernt, der zwar optisch alles mitbrachte, was ein geliebter Disneycharakter braucht, aber in seiner Manipulationskompetenz einfach hinten über fiel. Kindchenschema, wie das Frauchen gerade lernt, kann man sehr wohl auch über Verhalten kommunizieren!**

Man möchte ihn in der Zeit festfrieren, wenn er wieder kontemplativ auf einem Knochen rumkaut! Oha, hat er unerlaubter Weise mitten auf dem Rasen ein Loch gebuddelt? Frauchen guckt schon wieder so unlustig… Zeit für ein paar Hopser, große Kulleraugen und aufforderndes Wedeln! Damit kriegt er Frauchen immer zum Spielen, die ist Butter in seinen Pfoten. Was, Herrchen möchte, dass man ordentlich an der Leine geht, obwohl das auf der eigenen Prioritätenliste ganz, ganz unten angesiedelt ist? Zeit, um Frauchen ihr Ersatzhemd aus der Tasche zu zocken und alle zum Lachen zu bringen! Wie, der Welpe soll aufhören, rumzublöken? Nix da, lieber steckt er seine Nase in die Ritze vom Körbchen und blökt da rein! Ist eh viel unterhaltsamer, manchmal findet man mumifizierte Leckerchen von vor drei Jahren da drin. Heute Morgen lag er wieder einmal auf dem Boden – Kuscheln gibt es nur auf dem Boden, der Welpe will für keine Leberwurst und gute Worte auf einem weichen Untergrund gepuschelt werden – und räkelte sich, mit Frauchens Finger im Mund, genüsslich von einer Seite zur anderen, während ihm der Bauch und die Ohren gekratzt wurden. Wie soll man denn so einem zuckersüßen Wesen böse sein? Im Gegenteil, mehr Schuhe und Regale zum Zernagen soll man nachschieben!

Zur Veranschaulichung des Welpencharmes ein Daumenkino vom Kauknochenmümmeln:

*Die einzige, die nicht immer darauf reinfällt, ist der Althund. Das tägliche Raufen erinnert  sie unwillkürlich daran, dass der jetzt ein ernstzunehmender Gegner ist und sie ganz schön aus der Puste bringen kann. Na immerhin, wenn die Saison wieder losgeht, wird sie kräftig und energiegeladen am anderen Ende des „Sommer voll Nichtstuns“ herauskommen.

** Dem Frauchen geht das Lichtlein reichlich spät auf, denn die internationale Konsumindustrie verdient sich seit Jahrzehnten eine goldene Nase mit Hello Kitty Pyjamas und Teddyanhänger für Erwachsene… 

No Welpe, no cry

Es ist wirklich faszinierend, was gerade mit dem Welpen passiert. In der einen Minute ist er maximal gestresst, hhhrgh!, er möchte irgendetwas töten, schlagen, Eingeweide rausreißen, egal, Hauptsache aggro! Und in der nächsten Minute wirft er sich vor einen Menschen und will gekrault werden. Heute morgen roch er noch latent welpig,* kaum zwei Minuten später hing er wieder mit Mordlust in den Augen an Frauchens Arm. Er kann eine Stunde lang ruhig und friedlich an der Bank zur Fußgängerbrücke sitzen, aber kaum geht es weiter, stürzt er sich mit Mordlust in den Augen auf den Althund. Der Welpe kennt nur noch heiß oder kalt und das wechselt mitunter stündlich. Zum Einschlafen braucht er abends mehr als eine Stunde, er träumt ungemein heftig und kommt morgens nur mit viel gutem Zureden in die Gänge. Wie hält man das aus? Meditation hilft nicht, das wurde schon ausprobiert; der Welpe beißt einem dabei in die Ohren – völlig ungeachtet, wer versucht, Frieden zu finden, Frauchen oder Althund. Gibt es einen geheimen Zirkel, der Hundemüttern und Hundehaltern hinter dem Klo im Park Drogen zusteckt? „Psst, psst, bisschen Stoff, um durch die Pubertät zu kommen? Das macht voll Hornhaut, ey!“ Wäre das Treiben doch nur eine spannende Doku auf National Geographic, es wäre endlos unterhaltsam!

*Oder war das nur das Piesel auf den Vorderpfoten?