Weltniedlichster Rülpe

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ja, manchmal wird der Blog für Frauchens Bedürfnis nach Klagen und Jammern genutzt. Wie gut, dass es dieses Outlet gibt! Herrchen kann das Gegreine schon nicht mehr hören. Leider kann dadurch der völlig falsche Eindruck entstehen, nämlich dass so ein Kahnawakewelpe ein nicht enden wollender Quell an Mühsal und Sisyphosarbeit ist. Zeit für eine Positivnachricht!1

Der Rülpe ist zertifziert der niedlichste, flauschigste, lustigste und bekümmerndste Hund der Stadt! Es kann gar nicht anders sein, die Menschen sind ganz sicher und geben ihr Indianerehrenwort. Nicht nur macht er hinter dem Althund und seinen Menschen sauber,2 nein, er tut auch sein Möglichstes, um im Rudel keinen Trübsinn aufkommen zu lassen. Sogar im Schlaf arbeitet er schwer, wie an der Bilderstrecke zu erkennen ist. Wie kann ein Tag schlecht anfangen, wenn man mit so einem Bild geweckt wird? Dem kränkelnden Althund weicht er nicht von der Seite – auch ohne Spielen leistet der Rülpe ihr Gesellschaft. Es hätte im Garten viel Gelegenheit zu Schabernack gegeben, aber ohne seinen Althund macht eben alles nur halb so viel Spaß. Nach soviel Kümmern und Bespaßen darf man abends auch in Herrchens Fernsehsessel lümmeln. Ach, was ist es schön mit dem Rülpen!

Vom Rülpen nichts Neues

So gehen die Tage dahin, bald ist richtig Herbst. Der Rülpe verbringt seine Zeit oft im Garten, wo er mit dem Althund spielt und Löcher buddelt. Buddeln ist gerade sehr angesagt! Dem Rudel kann’s nur recht sein, denn er weiß nicht wohin mit seiner Kraft und geht mit seinem Aktionismus allen gehörig auf die Nerven. Das bisschen Canicross mit Frauchen fordert ihn ja nicht, die ist zu langsam… ein ordentlicher Scooter muss her und zwar bald. Bis dahin gilt es, die frisch gepflanzten Blumenzwiebeln vor Rülpenattacken zu schützen. Der Rülpe und sein Althund sind nämlich die Gartengestalter. Überall, wo sie Löcher buddeln, pflanzen die Menschen Blumen oder Bäume. Man darf gespannt sein, was das nächste Frühjahr bringt!

Auspowern auspowern auspowern …

Tagtäglich schwirrt das Thema „Auslastung“ durch die sozialen Medien und Foren. Lautstark wird verkündet, was für anspruchsvolle Hunde Nordische und vor allem Huskys seien, und dass man sie so richtig auspowern müsse. Da werden Hochleistungsszenarien aufgebaut mit einem stundenlangen Laufpensum samt Zugsport, oft noch Aktivitäten wie Agility, Flyball, Wandern obendrauf. Und es wird behauptet, dass Leute, die dem Bewegungsdrang eines Huskys nicht gerecht würden, sich so einen Hund erst gar nicht anschaffen dürften.

Na, dann machen wir ja offenbar alles falsch. 😉

Und dann posten dieselben Leute, die das Auspowern so dringlich einfordern, mit stolzen Worten Fotos von ramponiertem Mobiliar, zerfetzten Kissen und Mondlandschaften. So seien Huskys, und wer das nicht akzeptiere, solle sich doch ein Stofftier zulegen.

Haben wir.

Husky für Faule

Aber wir haben eben auch zwei Huskys, Sisko und Kira. Und wir haben einen Wurf aufgezogen, drei Welpen, die Familien gefunden haben. Keiner zerwühlt den ganzen Garten. Keiner zerfetzt die Wohnzimmerdeko. Keiner zerbeißt, zerkratzt oder zertrümmert Einrichtungsgegenstände.

Da müssen wir ja wohl alles falsch machen. 😁

Offen gestanden, das Wort „Auslasten“ ist für mich inzwischen ein rotes Tuch. Ein Mensch kann einen Hund und ganz bestimme einen Husky nicht wirklich auslasten. Hetzräuber haben eine schier unerschöpfliche Kondition, die ihnen sogar zum Verhängnis werden kann! Es ist richtig, dass Denken müde macht. Aber viel Denken sorgt auch für Überspannung und Unruhe.

Aus der Sicht von Hunden sind Menschen langsam und ohne Ausdauer, ja, sie sind langweilig. Sie balgen nicht wild herum. Sie buddeln nicht. Sie interessieren sich nur ganz wenig für Gerüche (und dann schimpfen sie meistens und zerren einen weg). Sie rennen nicht den Eichhörnchen, Mäusen, Rehen und Wildsauen nach und wollen auch nicht, dass wir Hunde das tun. Mit einem Wort: Sie sind irgendwie blöd. Aber sie haben die Kontrolle über die Ressourcen. Sie sind die Chefs. Und sie haben Streichelhände. Und Sofas!

Ressourcen, das sind erstmal Futter und Wasser. Aber auch der Aufenthaltsort,  Ruheplätze, Hundewiese, Garten, Wald- und Feldwege sowie Bürgersteige und Straßen. Und die Beschäftigung. Und – was niemals unterschätzt werden darf! – die Bequemlichkeit: schlafen, dösen, herumlungern, faulenzen.

Alle Tiere schlafen und dösen viel, ganz besonders die Raubtiere. Katzen bis zu 20 Stunden am Tag, Hunde 14 bis 18 Stunden. Dieses natürliche Ruhebedürfnis wird vielen Hunden und ganz besonders Huskys von überengagierten Haltern abgewöhnt durch „Auslastung“. Das Ergebnis sind demolierte Inneneinrichtungen, frustrierte Halter u.v.m., ja, gelegentlich sogar Beißvorfälle. Viele Huskys landen im Tierschutz, weil sie schlicht unruhig sind!

Das zweitwichtigste, was ein Welpe im neuen Heim lernt, ist: „Wo schlafe/döse ich?“ Er braucht einen oder mehrere Rückzugsplätze, wo er sein Ruhebedürfnis ausleben kann. Ungestört von Spielaufforderungen und Futterangebot. Hier soll er sich wirklich ausruhen! Der Welpe sollte dabei auch nicht gestört werden. Genau wie ein Menschenbaby! 😊

Wurde das versäumt, muss man es nachholen, den jungen Hund „enthibbeln“, indem man ihm einen geschützten Ruheort zuweist, wo er auch mal bleiben soll (also immer wieder hinschicken!). Anfangs 10, 15 Minuten, später länger. Mama hat das auch so gemacht.

Wenn der Hund eine Transportbox gewohnt ist, eignet diese sich wunderbar als „Höhle“. Und, ja! Man darf diese Höhle auch kurzzeitig schließen (wie auf Autofahrten). Als Alternative empfiehlt sich eine Faltbox aus Stoff oder ein Transportkäfig, den man mit Decken weitgehend zudeckt. Nochmal: Dies ist ein Rückzugsort für den Hund (oder auch zwei Hunde), wo gedöst, geschlafen gelungert und gefaulenzt wird. Und den braucht er, um all die zahllosen Eindrücke vom Spazierengehen, Spielen, Schnüffeln, Toben, Buddeln und Fressen zu verarbeiten.

Auf dieser Basis kann man auch das Alleinsein üben. Denn für den Hund ist die Box ja kein Gefängnis, sondern ein geschützter Ort. Da verlässt er sich auf seine Dosenöffner. Aber bitte nicht halbe Tage und das gar täglich da drin einsperren. Wird die Box zum Gefängnis, ist der Ruheeffekt im Eimer.

Ziel der Ruheerziehung (die selbstverständlich parallel zur normalen Bewegungsbeschäftigung läuft!) ist es, dass der Hund darauf vertraut, dass seine Leute wiederkommen und er sein Bedürfnis nach Schlafen, Dösen und Faulenzen in deren Abwesenheit nutzt.

Auf diese Weise kann man die Aktivitäsphasen so einüben, dass der Hund sich erholt, während seine Dosenöffner Futter jagen gehen, sodass er in der Menschenfreizeit munter ist für Sport, Spiel und Spaß mit den zweibeinigen Langweiler  und anderen Artgenossen.

Das schont Mobiliar und Nerven!

Übrigens: Kein Musher fährt jeden Tag mit allen seinen Hunden eine Etappe TransThüringia! Ebensowenig wie Sportler jeden Tag ihre Höchstleistungen abrufen. 😊

Eine Wurst für Sisko

Das Frauchen hat Onkel Sisko seit Monaten eine Wurst versprochen. Die Iris und der Helmut füttern ihn nämlich nicht genug und jedes Mal, wenn er fremde Menschen sieht, klagt und weint er nach Kalorien. Manchmal muss sogar das Futter vom armen Jakob, Husky ehrenhalber, dran glauben, – so karg ist es in Siskos Napf. Es ist gar herzerweichend. Nun endlich kann er ein bisschen gepäppelt werden: Auf der DS Schrebergarten ist der kleine Grill eingezogen. In der Planung der Grillparty überlegte das Frauchen lange hin und her, was dem Sisko wohl schmecken könnte. Nürnberger Rostbratwürstchen? Eine Rindsbratwurst? Die einheimischen Lutherwürste, die der Stammmetzger extra für das Lutherjahr kreierte?1 Sisko ist ein stadtbekannter Vielfraß Gourmet, den kann man ja nicht enttäuschen. Und wer weiß, was er im Urlaub bei Sammy alles an Leckereien stibitzt hat.

Am Sonntag sollte also der Sisko seine Wurst, im besonderen eine vorgebrühte hessische Bratwurst, bekommen. Vor Siskos Wurst standen aber Mutti Kira – die kaum, dass das Frauchen sich umgedreht hatte2, um die Grillzange abzulegen!!!, ein Burgerpatty stibitzte – und diverse Menschen, die zwar gerne flauschige Huskyohren kraulten, aber dann doch keine Wurst rausrücken wollten. Sisko tat sein Möglichstes! Er charmierte sich gekonnt durch diverse Gäste, gab unaufgefordert Pfötchen und schaute kontemplativ den Käse auf dem Tisch an. Leider leider klappt es mit den Levitationssuperkräften nicht und der arme Hund ging mit (fast) knurrendem Magen heim. Naja, die ein oder andere Wurst wanderte doch noch in den Sisko, aber das zählt ja nicht. Keine Sorge, lieber Sisko, das Rülpenfrauchen steigt jetzt groß ins Gärtnergeschäft ein und züchtet dir einen Wurstbaum!

Wo ist der Rülpe hin?

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende und in nur wenigen Wochen wird der Nachbarschaftsbrunnen wieder abgestellt. Die Huskies werden dann von ihren Touren im Wald zurück kommen und 400m länger dürsten müssen. Der kleine Welpe hatte sehr früh gelernt, wie die Hundetränke funktioniert und konnte am Brunnen nie vorbei gehen, ohne einen Schluck zu nehmen. Manchmal gelang Frauchen ein Schnappschuss, oft nicht. Als sie gestern mal wieder die Kamera zückte, waren die Huskies milde gestimmt und hielten still. Aber erst beim Speichern heute Abend fällt ihr so richtig auf, dass der kleine Welpe ist ein ganzer, fertiger Hund geworden ist. Man traut sich kaum noch, ihn Rülpe zu nennen.