Nachzuchten

Wir haben uns lange Gedanken gemacht, was wir mit unserer Zucht erreichen wollen. Selbstverständlich geht es erst einmal darum, gesunde, wesensfeste, leistungsstarke und schöne Hunde hervorzubringen, die dem Standard des Siberian Huskys, wie er vom SHCA und der FCI festgelegt wurde.

In der Zucht des Siberian Huskys gibt es zwei Tendenzen, die zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen: die sehr sportlichen Arbeits- und Rennlinien einerseits und die Showlinien andererseits. 

Rennlinien werden üblicherweise von Zughundesportlern gezüchtet. Vorrangige Zuchtziele sind Gesundheit, Leistungsfähigkleit und Wesensfestigkeit, wobei letztere gelegentlich der Leistungsfähigkeit nachgeordnet wird. Die Ästhetik spielt bei der Auswahl der Zuchtpartner keine große Rolle. Daher entsprechen Siberian Huskys aus Rennlinien, selbst wenn sie reinrassig gezogen werden, gelegentlich nicht mehr dem Rassestandard: Sie sind zu groß, zu langbeinig, die Form des Schädels ist nicht mehr korrekt (mangelhafter Stopp) u.v.m. Hunde aus Rennlinien findet man so gut wie nie auf Ausstellungen, weil sie dort wenig Chancen auf Auszeichnungen haben, da ihren Züchtern und Haltern ästhetische Kriterien weitgehend gleichgültig sind. Hier zählen sportliche Aspekte.

Bei der Showlinie werden in der Zucht vor allem die jeweils vorherrschenden Vorlieben der Zuchtrichter berücksichtigt, um in Ausstellungen möglichst erfolgreich zu sein. Hier wird die Leistungsfähigkeit der Ästhetik untergeordnet. In Showlinien finden sich Hunde, die keinen Schub mehr aus der Hinterhand entwickeln können, Hunde, deren Leistungsfähigkeit nicht mehr den im Rassestandard geforderten Kriterien entspricht, weil diese Kriterien außerhalb der Gebrauchshundeklasse nicht als geprüft vorausgesetzt werden. Es gibt Kennels, deren Nachzuchten über Jahre hinweg ästhetische Maßstäbe setzen, denen Züchter in aller Welt nacheifern – oft sind die „Prototypen“ dieser Moden noch durchaus leistungsfähige Hunde gewesen, die ihrem Bild nachgezüchteten allerdings nicht mehr.

Beide Linien führen zu teilweise extremen Ausprägungen. Wir wollen das nicht kritisieren, denn die Leistungsfähigkeit als Schlittenhund ist ein wichtiger Bestandteil des Rassestandards des Siberian Huskys, und das Bedürfnis nach Ästhetik ist nun einmal menschlich. In gewissem Sinne gibt der Erfolg beiden Recht.

Dennoch sehen wir diese Situation als problematisch an, denn beide Linien führen dahin, dass der Rassestandard nur noch als Sammlung ungefährer Anhaltswerte gilt, und die auseinanderdriftenden Zuchtziele machen aus dem Siberian Husky quasi zwei Rassen.

Ziel unserer Zucht ist es, Siberian Huskys zu ziehen, die dem Standard entsprechen, sowohl was Schönheit als auch was Leistungsfähigkeit angeht, und keinem der beiden Extreme zu folgen, sondern eine Balance zu finden.

Deshalb wählen wir zur Zucht Hunde aus, die sowohl Arbeitslinien (insbesondere aus der old foundation line) als auch erfolgreiche Showlinien in ihrem Stammbaum verbinden, und werden in Zukunft die Leistungsfähigkeit unserer Hunde durch Ablegen der geforderten Leistungsprüfungen nachweisen. Allerdings werden wir weder den Ergebnissen in Ausstellungen noch denen in sportlichen Wettbewerben so großen Wert beimessen, dass sie unser Zuchtziel – Harmonie zwischen Leistungsfähigkeit und Schönheit – aus der Waage bringen.

Bisherige Würfe

  • A-Wurf: 24.11.2016 – MCh Waterfall Velnio Malunas x Zausel’s Red Rose (2 Rüden, 1 Hündin)