Rassestandard

Siberian Husky (FCI-Standard Nr. 270)

Endgültig anerkannt: 8.9.1966
Publikation des gültigen offiziellen Standards: 2.2.1995
Ursprungsland: USA
Verwendung: Schlittenhund
Klassifikation: Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp / Sektion 1: Nordische Schlittenhunde (ohne Arbeitsprüfung)
Originalsprache des Standards: Englisch
Übersetzung: Mrs J.Turnbull und Harry G.A.Hinckeldeyn

 

Grafik zur Anatomie des Hundes
Grafik zur Anatomie des Hundes allgemein

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Siberian Husky ist ein mittelgrosser Arbeitshund, schnell, leichtfüssig, frei und elegant in der Bewegung. Sein mäßig kompakter, dichtbehaarter Körper, die aufrecht stehenden Ohren und die buschige Rute weisen auf die nordische Herkunft hin. Seine charakteristische Gangart ist fließend und scheinbar mühelos. Er ist (nach wie vor) äußerst fähig, seine ursprüngliche Aufgabe als Schlittenhund zu erfüllen und leichtere Lasten in mäßigem Tempo über große Entfernungen zu ziehen. Die Proportionen und die Form seines Körpers spiegeln dies grundlegend ausgewogene Verhältnis von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer wider.Die Rüden sind maskulin, aber niemals grob; die Hündinnen sind feminin, aber ohne Schwächen im Aufbau. Ein Siberian Husky in richtiger Kondition, mit gut entwickelten, straffen Muskeln, hat kein Übergewicht.

Wichtige Proportionen

  • Die Länge des Körpers, gemessen vom Schultergelenk bis zum Sitzbeinhöcker, übertrifft ein wenig die Widerristhöhe.
  • Der Abstand von der Nasenspitze bis zum Stopp ist gleich dem vom Stopp bis zum Hinterhauptsbein.

Verhalten / Charakter (Wesen)

Das charakteristische Temperament des Siberian Husky ist freundlich und sanftmütig, aber auch aufmerksam und kontaktfreudig.

Er zeigt nicht die besitzbetonenden Eigenschaften eines Wachhundes, noch ist er allzu misstrauisch gegenüber Fremden oder aggressiv gegenüber anderen Hunden. Von einem erwachsenen Hund darf ein gewisses Mass an Zurückhaltung und Würde erwartet werden. Seine Intelligenz, Lenkbarkeit und sein Eifer machen ihn zum angenehmen Begleiter und willigen Arbeiter.

Kopf

Oberkopf:

Schädel: Von mittlerer Größe und passend zum Körper, oben leicht gerundet und sich von der breitesten Stelle zu den Augen hin verjüngend.

Stopp: Gut ausgeprägt.

Gesichtsschädel:

Nasenschwamm: Schwarz bei grauen, lohfarbenen und schwarzen Hunden; leberfarben bei kupferfarbenen Hunden; bei rein weißen Hunden kann er fleischfarben sein. Die rosastreifige „Schneenase“ ist zu akzeptieren.

Fang: Von mittlerer Länge und von mittlerer Breite, sich zur Nase hin allmählich verjüngend, jedoch nicht spitz oder quadratisch endend.

Der Nasenrücken ist gerade vom Stop bis zur Nasenspitze.

Lefzen: Gut pigmentiert und eng anliegend.

Kiefer / Zähne: Scherengebiss.

Augen: Mandelförmig, mäßig auseinanderliegend und etwas schräg gelagert. Die Augen können braun oder blau sein, wobei ein braunes und ein blaues Auge sowie mehrfarbige Augen zu akzeptieren sind. Ausdruck durchdringend, aber freundlich, interessiert und sogar schelmisch.

Ohren: Von mittlerer Größe, dreieckig, eng beieinanderstehend und hoch angesetzt. Sie sind dick, gut behaart, hinten leicht gewölbt, absolut aufrecht stehend, mit leicht abgerundeten, aufgerichteten Spitzen.

Hals

Mittlere Länge, gebogen, im Stand stolz aufgerichtet. Im Trab ist der Hals so gestreckt, dass der Kopf leicht vorgelagert getragen wird.

Körper

Rücken: Gerade und kräftig, mit vom Widerrist zur Kruppe waagerecht verlaufender oberer Linie. Er ist von mittlerer Länge, weder verhältnismäßig kurz noch nachgebend wegen übermäßiger Länge.

Lenden: Straff und trocken bemuskelt, schmaler als der Rippenkorb und leicht aufgezogen.

Kruppe: Abfallend, doch niemals so steil, dass der Schub der Hinterläufe beeinträchtigt wird.

Brust: Tief und kräftig, aber nicht zu breit; der tiefste Punkt liegt unmittelbar hinter und auf gleicher Höhe mit den Ellenbogen. Die Rippen sind gleich am Ansatz an der Wirbelsäule gut gewölbt, an den Seiten aber flacher, um einen freien Bewegungsablauf zu erlauben.

Rute

Die gut behaarte Rute in Form einer Fuchslunte ist knapp unterhalb der oberen Linie angesetzt und wird, wenn der Hund aufmerksam ist, üblicherweise in einem eleganten, sichelförmigen Bogen über den Rücken getragen. Dabei soll sich die Rute weder an der einen noch an der anderen Seite des Körpers ringeln, auch soll sie nicht flach auf den Rücken gedrückt werden. Eine hängende Rute ist normal, wenn der Hund ruhig und gelassen steht. Das Haar an der Rute ist mittellang und rundum annähernd gleich lang, wodurch die Rute wie eine runde Bürste aussieht.

Gliedmaßen

Vorderhand:

Allgemeines: Von vorne betrachtet, stehen die Läufe in mäßigem Abstand auseinander, parallel und gerade. Die Knochen sind substanzvoll, aber nie schwer.

Die Länge der Läufe vom Ellenbogen bis zum Boden ist etwas grösser als der Abstand vom Ellenbogen zum Schulterblattkamm. Afterkrallen an den Vorderläufen können entfernt sein.

Schulter und Oberarm: Schulterblatt gut zurückliegend. Der Oberarm ist vom Schultergelenk zum Ellenbogen etwas nach hinten gerichtet und nie senkrecht zum Boden. Die Muskeln und Bänder, die die Schulterblätter am Rippenkorb halten, sind straff und gut entwickelt.

Ellenbogen: Eng am Körper anliegend, weder ein- noch ausgedreht.

Vorderfußwurzelgelenk: Kräftig, aber biegsam.

Vordermittelfuß: Von der Seite betrachtet, leicht schräg gestellt.

Vorderpfoten: Oval, aber nicht lang, von mittlerer Größe, kompakt und gut behaart zwischen den Zehen und Ballen. Die Ballen sind widerstandsfähig und dick gepolstert. Im natürlichem Stand zeigen die Pfoten weder nach innen noch nach außen.

Hinterhand:

Allgemeines: Von hinten betrachtet stehen die Läufe in mäßigem Abstand auseinander und parallel. Afterkrallen, falls vorhanden, sollen entfernt werden.

Oberschenkel: Gut bemuskelt und kraftvoll.

Knie: Gut gewinkelt.

Sprunggelenke: Zeichnen sich gut ab und sind bodennah plaziert.

Hinterpfoten: Oval, aber nicht lang, von mittlerer Größe, kompakt und gut behaart zwischen den Zehen und Ballen. Die Ballen sind widerstandsfähig und dick gepolstert. Im natürlichem Stand zeigen die Pfoten weder nach innen noch nach außen.

Gangwerk:

Schwungvoll und scheinbar mühelos. Der Siberian Husky ist flink und leichtfüssig. Im Ausstellungsring sollte er an einer locker hängenden Leine in einem mäßig schnellen Trab vorgestellt werden, dabei guten Vortritt und Schub zeigend. Der sich im Schritt bewegende Siberian Husky, von vorne nach hinten betrachtet, zeigt keinen bodenengen Gang; doch wenn er schneller läuft, tendieren die Läufe nach und nach zur Mitte hin, bis die Pfoten auf eine Linie gesetzt werden, die genau unter der Längsachse des Körpers verläuft.

Wenn die Abdrücke der Pfoten sich decken, bewegen sich die Vorder- und Hinterläufe geradeaus gerichtet, ohne dass die Ellenbogen oder Kniegelenke weder ein- noch ausdrehen. Die Läufe bewegen sich parallel. Während der Bewegung bleibt die obere Linie straff und gerade.

Haarkleid

Haar: Das Haarkleid des Siberian Husky ist doppelt und mittellang, hat ein schönes, pelzartiges Aussehen, ist aber niemals so lang, dass es die klaren Außenlinien des Hundes verdeckt.

Die Unterwolle ist weich und dicht und von genügender Länge, um das Deckhaar zu stützen. Die längeren, steifen Haare des Deckhaares sind gerade und etwas anliegend, nie harsch und nicht gerade abstehend vom Körper. Es sollte beachtet werden, dass das Fehlen der Unterwolle während des Haarwechsels normal ist. Das Kürzen der Tasthaare sowie der Haare zwischen den Zehen und um die Pfoten herum ist erlaubt, um ein gepflegtes Äußeres zu betonen. Das Trimmen des Haarkleides an jeder anderen Stelle sollte nicht geduldet und streng bestraft werden.

Farbe : Alle Farben von schwarz bis rein weiß sind erlaubt. Eine Vielfalt von Zeichnungen am Kopf ist üblich, einschließlich mancher auffallender Muster, die bei anderen Rassen nicht zu finden sind.

Größe und Gewicht

Widerristhöhe:

Rüden : 53,5 – 60 cm (21-23,5 inches)

Hündinnen : 50,5 – 56 cm (20-22 inches)

Gewicht:

Rüden : 20,5 – 28 kg (45-60 pounds)

Hündinnen : 15,5 – 23 kg (35-50 pounds)

Das Gewicht steht im richtigen Verhältnis zur Widerristhöhe. Die genannten Größen und Gewichte bezeichnen die äußersten Grenzen ohne einem Extrem den Vorzug zu geben. Übermäßige Knochenstärke oder Übergewicht sollte bestraft werden.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Rassemerkmale des Siberian Husky sind mittlere Größe, angemessene Knochenstärke, harmonische Proportionen, leichte und freie Bewegungen, richtiges Haarkleid, ansprechender Kopf und ansprechende Ohren, korrekte Rute und gute Wesensart. Bestraft werden sollten zu schwere Knochen, übermäßiges Gewicht, gebundene oder schwerfällige Gangart, langes, rauhes Haarkleid. Ein Siberian Husky sollte nie so schwer oder grob erscheinen wie ein Zughund, aber auch nicht so leicht und zart wie ein Rennhund. Rüden und Hündinnen sollen erkennen lassen, dass sie zu großer Ausdauer fähig sind.

Außer den oben erwähnten Fehlern sind morphologische Fehler, die alle Rassen gemeinsam haben, beim Siberian Husky ebenso unerwünscht, wie bei jeder anderen Rasse, auch wenn sie hier nicht besonders erwähnt sind.

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

Schädel: Plumper oder schwerer Kopf; zu fein gemeißelter Kopf.

Stopp: Nicht genügend ausgeprägt.

Fang: Entweder zu fein oder zu grob, zu kurz oder zu lang.

Kiefer / Zähne: Jede Abweichung vom Scherengebiss.

Augen: Zu schräg oder zu dicht beieinander liegende Augen.

Ohren: Zu groß im Verhältnis zum Kopf; zu weit auseinanderstehend; nicht fest aufrechtstehend.

Hals: Zu kurz und dick, zu lang.

Rücken: Schwacher oder nachgebender Rücken; gewölbter Rücken; abfallende obere Linie.

Brust: Zu breit; tonnenförmiger Brustkorb; Rippen zu flach oder schwach.

Rute: Angedrückte oder enggeringelte Rute; sehr buschige Rute; Rute zu tief oder zu hoch angesetzt.

Schultern: Steile Schultern; lose Schultern.

Vorderhand: Schwacher Vordermittelfuß; zu schwere Knochen; zu enger oder zu weiter Stand; ausgedrehte Ellenbogen.

Hinterhand: Gestrecktes Knie, kuhhessig, zu enger oder zu weiter Stand.

Pfoten: Nachgebende oder gespreizte Zehen; Pfoten zu groß und plump, zu klein und zart; zeheneng oder zehenweit.

Gangwerk: Kurze, tänzelnde, elastische, schwerfällige oder rollende Gangart, kreuzend oder schräg laufend.

Haar: Langes, rauhes oder struppiges Haarkleid; zu harsche oder zu seidige Textur; getrimmtes Haarkleid, außer an den erlaubten Stellen.

Disqualifizierende Fehler:

  • Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde
  • Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
  • Rüden über 60 cm (23,5 ins) und Hündinnen über 56 cm (22 ins).

N.B.

  • Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
  • Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

 

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