Registrier dein Tier!

Am 5. August wurde bei einem Bekannten von mir eingebrochen und neben ein paar kleineren Wertsachen die Katze mitgenommen. Das Tier, eine reinrassige Perserkatze, war zumindest gechippt, und sein Halter setzte in den sozialen Medien alle Hebel in Bewegung, um sie wiederzufinden. Und tatsächlich wurde die Katze fünf Tage später in einer Baumkrone entdeckt. Ihr Zustand zeigte, dass sie sich wohl mehrere Tage in den Händen der Einbrecher oder deren Komplizen befunden hatte (Bericht in der RP vom 15.08.2022).

Die kleine Chantal ist ein Glückskind. Tagtäglich verschwinden allein in Deutschland zahllose Tiere. Suchmeldungen laufen durch soziale Medien, Plakate werden in der Umgebung und in Tierarztpraxen aufgehängt. Zugleich werden immer wieder Tiere irgendwo aufgegriffen und in Tierheimen abgeliefert, die dann wiederum Bilder und Beschreibungen die Fundtiere durch die sozialen Medien schicken, um auf diese Weise Tier und Halter wieder zusammenzuführen.

Wenn die Tiere gechipt und registriert sind – zum Beispiel bei Tasso, Findefix oder Ifta -, geht es schnell: Sobald das Tier im Tierheim eintrifft wird mit dem Lesegerät der Transponderchip gesucht und falls vorhanden, ausgelesen. Dann werden die Datenbanken der genannten Registrierungsstellen befragt. Handelt es sich um einen Chip mit ausländischer Kennung, auch die des möglichen Herkunftslandes. So landet das Tier schnell wieder bei seiner Familie, und aufwendige Suchaktionen sind überflüssig.

Warum ich diesen doch so sattsam bekannten Vorgang hier gebetsmühlenartig vortrage? Weil noch immer ein Großteil der Heimtiere in Deutschland nicht gekennzeichnet und vor allem nicht registriert ist! Weil noch immer zahllose Tierhalter in der trügerischen Sicherheit leben, sie brauchten das nicht, weil

  • ihre Katze ja ein Stubentiger sei,
  • ihr Hund eh immer bei ihnen,
  • die Registrierung bei Kleintieren Quatsch sei
  • und und und…

Nur wer Hund, Katze, Frettchen o.Ä. mit in den Urlaub nehmen will, muss das Tier chippen, die notwendigen Impfungen (Tollwut) vornehmen und einen blauen EU-Heimtierausweis zur Identifikation ausstellen lassen. Das Prozedere dient nicht dem Tier oder dem Halter, sondern ausschließlich der Bekämpfung der Tollwut.

Allerdings haben sich auch Rassehundezuchtvereine in ihren Ordnungen auf eine eindeutige Identifizierung der registrierten Tiere festgelegt. Früher war das die Tätowierung in den Ohren, inzwischen wurde dieses Verfahren durch den Einsatz von Transponderchips mit einer eindeutigen 15-stelligen ID-Nummer abgelöst. Die meisten Züchter registrieren ihre Welpen selbst, in der Regel gleich nach der Implantation des Transponders, die spätestens zum Zeitpunkt der ersten Impfung vorgenommen wird. Selbst wenn der neue Halter vergisst, das Tier auf sich umzumelden, wird sofort der Züchter benachrichtigt, wenn es irgendwo gefunden wird.

Wer nur ein kleines bisschen Verstand hat, fragt sich jetzt, warum dieses einfache und millionenfach erprobte Verfahren nicht zur Bekämpfung des verbrecherischen Tierhandels eingesetzt wird? Macht man Transponder und Registrierung nicht nur zu einer Voraussetzung für eine Auslandsreise, sondern zu einer Verpflichtung für jedes geborene Tier, haben wir schwupps!, eine Möglichkeit zur lückenlosen Nachverfolgung. Ganz wie bei den Nutztieren. Die Herkunft wird gesichert und der Handel mit unkontrolliert produzierten, gestohlenen oder einfach aufgegriffenen Tieren massiv erschwert.

Und ganz nebenbei erhalten wir ohne großen zusätzlichen Aufwand valide Daten über den Zusammenhang zwischen Herkunft und Gesundheit der Tiere. Denn über die Identifikation der Tiere auch beim Tierarzt lassen sich rasch statistische Auswertungen zusammenziehen, ohne in datenschutzrechtliche Probleme zu geraten. Dazu muss nur die Herkunft in anonymisierter Form (ähnlich der Herkunftsbezeichnung bei Hühnereiern) übertragen werden können.

Mir ist schon klar, dass jemand, der seinen Welpen aus dem Kofferraum gekauft hat, durchaus falsche Angaben machen wird, wenn er weiß, dass der Kauf aus dubiosen Quellen zu Nachfragen führen kann. Das Verhältnis zwischen der Zahl den allein bei Tasso jährlich registrierten Französischen Bulldoggen und der Zahl derer, die tatsächlich in kontrollierter Zucht geboren werden, lässt keinen Zweifel daran, dass weit über 90 % aller in Deutschland gehaltenen Hunde aus Moderassen in meist osteuropischen “Welpenfabriken” geboren werden. Es ist dank der unermüdlichen Arbeit einiger Tierschutzorganisationen wie 4 Pfoten sattsam bekannt, dass in solchen Vermehrungsstätten mit dem Leben und der Gesundheit der Tiere übelstes Schindluder getrieben wird. Und damit muss Schluss sein! Aber das kann sich nur ändern, wenn – wie bei Nutztieren – die Herkunft lückenlos dargelegt werden muss.

Rassehundevereine tun das bereits freiwillig – zur eindeutigen Identifikation der gezüchteten Tiere und Sicherung der Korrektheit der Ahnentafeln.

Die Ampel hat sich die Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung in den Koalitionsvertrag geschrieben (S.44 „Die Kennzeichnung und Registrierung von Hunden werden obligatorisch.“). Passiert ist bisher – NICHTS. Was auch zu erwarten war. Das Thema steht seit langem auf der Agenda.

Stattdessen drückte Frau Klöckner vor dem Regierungswechsel noch schnell eine Tierschutz-Hundeverordnung durch, die eigentlich nur ein paar Lieblingsspielplätze der Tier”rechts”-NGOs bedient, den verlogenen Feldzug gegen diejenigen, die ihre Zuchttiere eben nicht in dreckige Löcher sperren und mehrmals jährlich trächtig machen, um einfach nur möglichst viele Welpen zu produzieren, die dann weitgehend anonym und gewinnbringend verscherbelt werden. Und das wird so bleiben, bis endlich ein lückenloser Herkunftsnachweis durch Kennzeichnung und Registrierung verpflichtend wird!

Also bleibt es bis auf weiteres bei der Freiwilligkeit.

Tut es!! Kennzeichnet und registriert eure Tiere!!

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