Für’s Archiv

Es sollte festgehalten werden, dass der Welpe heute einen guten Tag hatte. Einen sehr guten Tag hatte er. Naja, „sehr gut“ ist Ansichtssache, aber die Menschen sind sehr zufrieden. Inmitten der vielen, vielen schlimmen Tage, an denen der Welpe nagt und nöhlt und ja-abert und pubertiert, kommen erste Ausblicke auf das Ergebnis des Durchhaltens. Der Kreislauf ist noch vom Althund bekannt: Die guten Tage sind zuerst rar und kommen über einen wie Weihnachten. Irgendwann kommen sie häufiger mal zu Besuch, bis sie die Oberhand gewinnen und die schlimmen Tage eine vage unangenehme Erinnerung werden, wie Mathestunden am Freitag zur sechsten Stunde.

Zugegeben, es herrscht derzeit ein strammes Regiment mit viel Leinenführigkeit, Üben und zusammengestrichenem Freilauf.* Trotzdem lebte heute hier ein recht zufriedener, ruhiger Welpe, der nur einmal kurz genöhlt hat als er raus wollte. Kein Alttier wurde benagt. Niemand protestierte lautstark, als die Menschen was zu Futtern hatten und der Welpe nicht.** Beim Kochen lag er brav auf der anderen Seite der Arbeitsfläche und nicht mit weit geöffnetem Maul direkt unter der Pfanne. Dafür flog ihm auch eine Scheibe Schinken ins Maul. Also, alles in allem ein oker Tag für alle Beteiligten.

*Und was war das bis letzte Woche für ein lehrbuchmäßiger, toller Freilauf! Aber nein, der Welpe ist zu aufgeregt, er hört nicht im engsten Sinn: Die Ohren sind dicht und das Gehirn ganz offensichtlich völlig überfordert mit all den Dingen, die es gleichzeitig tun will.

** Das infernalische Protestgekläffe ist bei Chips besonders ausdauernd, gefolgt von Käsekuchen und Sauce Hollandaise. Wenn er meint, die Dummerchens haben immer noch nicht verstanden, was er will – Käsekuchen oder Chips nämlich – beißt er neuerdings zur Unterstreichung seiner Forderung auch mal in den Hintern. Nicht, dass das je funktionieren würde, aber man kann ihm nie den Vorwurf machen, es nicht persistent genug versucht zu haben!

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