Washaterdenn?

Dieses Bild durfte nicht gehortet werden!1

Der Rülpe nutzte heute die Gelegenheit, um sich wie zu Welpenzeiten in den Fußraum des Beifahrers zu mogeln. Da hat er es zwar nicht mehr so gemütlich wie mit sieben Monaten, aber es scheint kuschelig genug zu sein. Er ist wieder in einer kleinen Regressionsphase. Heute Nacht fiepte er aufgeregt, weil er nicht wusste, wo seine Menschen sind. Als er Frauchens Füße dann unverhofft rasch gefunden hatte, machte er kurz den Louis de Funes (so) und legte sich beruhigt wieder schlafen. Erfahrungsgemäß lernt er am anderen Ende der Phase irgendeinen neuen Unsinn, wahrscheinlich wie Sisko heimlich, still und leise die Küche zu raiden…

Hundstage

So muss sich die Hölle anfühlen… es geht ein Stöhnen und Seufzen durch das Rudel, weil es so unglaublich heiß ist. Zu allem Überfluss hat sich der arme Rülpe erst beim Spielen mit dem Althund eine Kralle gesplittert und jetzt die Hinterpfote verknackst. Ein Haushaltsunfall, er war rammdösig von der Hitze und muss falsch aufgetreten sein. Gottseidank haben seine Vorfahren beschlossen, sich Menschen als Haustiere zuzulegen. So ist wenigstens jemand zum Ohrenkratzen da.

Wir hinterlassen kühle Wünsche an die schwitzende Republik:

NOCH 147 TAGE BIS ZUM WINTERANFANG!

Die Domestikation des Rülpen

Letztens fing der Rülpe in der Benjeshecke im Garten eine große Maus. Die Jagd, bzw. das Auflauern der Beute, hatte ihn bereits eine Viertelstunde beschäftigt, bis er endlich mit dem Spielzeug belohnt wurde. Er war sehr glücklich! Mäuse sind für ihn primär Spielzeug, das nicht anders behandelt wird als sein Lieblingsbällchen oder der Althund. Erlegtes wird grundsätzlich freudig angesprungen, mit Spielaufforderungen bedacht und zärtlich angestupst.1 Da unser Rülpi ein Gourmet ist – und schlau obendrein – jagd er nie zur Selbsterhaltung. Zuhause steht ein Kühlschrank voll mit Quark, wer möchte da schon Mäusedarm fressen?! Nein, nein, die Jagd ist für ihn nicht mehr als ein sehr aufregendes Spielprogramm, das ohne sein bewusstes Zutun abläuft.

Die Enttäuschung ist immer wieder groß, wenn das lustige Quieken aufhört und die Maus trotz seiner wohlwollenden Bemühungen nicht mehr mitspielen will. Die Maus von gestern wurde sicherheitshalber noch durch den Garten geworfen, an einen anderen Platz getragen, am Hinterbein hoch gehoben und auch nach Stunden noch mit zaghaft angespielt. Vergessen hatte er sie zu keinem Zeitpunkt. Ab und zu schnupperte er noch an der Leiche, ganz offensichtlich mit Hoffnung auf einen neuen Lazarus. Vielleicht war er nicht deutlich genug in der Spielaufforderung, weshalb er als letzten Versuch seine „Timmy ist in den Brunnen Nummer“ für Frauchen auspackte. Frauchen kann vielleicht die störrische Maus reparieren, wenn man ihr nur erklären kann, dass da hinten was zu fixen ist. Affen haben doch diese nützlichen Daumen…

Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang der Gegensatz zum Althund. Wenn sie Beute macht, weiß sie genau, was sie tut und was der Maus gleich blühen wird. Immerhin geht es ihr nur darum, zu töten, zu verstümmeln und auszulöschen!2 Woran es wohl liegt, dass der Rülpe die Endlichkeit des Pelzspielzeugs nicht versteht? Frauchen vermutet, dass er einerseits zu nett ist und auch durch den blutrünstigen Althund nicht korrumpiert werden konnte. Andererseits macht er sein ganzes Leben die wiederkehrende Erfahrung, dass die Affen es schon richten werden. Wenn er eine Klopapierrolle zernagt, bringen sie eine neue. Wenn ein Bällchen verloren geht, taucht alsbald ein weiteres Bällchen aus Herrchens Jackentasche auf. Fairerweise gibt es dort, wo die erste Maus herkam, auch immer neue Mäuse. Das ist das traurige Ergebnis der Domestikation des Wolfes: Der Rülpe, durch und durch von seinen Menschen zivilisiert, würde ohne Kühlschrank in der Wildnis verhungern!

Familientag

Letztes Wochenende wurden der Rülpe und sein Frauchen als Huskydompteure im Hause Kahnawake angeheuert. Iris war mit dem Junggemüse in der Republik unterwegs, Helmut anderweitig beschäftigt und Mutti, Onkel Sisko und Bernie brauchten einen Aufpasser. Rülpe to the rescue!

Einen ganzen langen Vormittag verbrachte der Rülpe mit seiner Mutti. Die hatte sich das wohl anders vorgestellt, denn die Ruhe hätte Kira gern für einen ausgiebigen Schönheitsschlaf genutzt. Tja, wäre da nicht ihr großer Sohn gewesen, der alle 10 Minuten hektisch nach ihr sehen auf sie aufpassen musste…Sie hätte ja vom Körbchen verschluckt werden können! Oder sich verirren auf dem Weg zum Wassernapf! Oder unverhofft noch mehr so kleine Brüder ausspucken! Von Bernie war der Rülpe sehr irritiert, auch wenn sie sich schon kannten. Klarerweise gehörte der Knirps irgendwie zur Familie und hörte angemessen aufmerksam zu, wenn Bubbles über die richtige Art, einen Stock zu zernagen, referierte. Die „großer Bruder Pose“ nahm er super ernst, wie man auf den Bildern sieht. Auch fühlte er sich seltsam verantwortlich und bewachte den Kleinen, wenn der zu tief in ein Gebüsch verschwand. Aber sonst? Warum nörgelte Sisko nicht an ihm rum?1 Warum markierte er nicht wie die Großen jeden Grashalm? Warum dackelte er ihm ständig hinterher? Und warum zur Hölle wollte Mutti lieber ein Nickerchen machen als weiter wild mit ihrem Rülpen durch den Garten zu toben? Das ergab alles wenig Sinn und hatte garantiert etwas mit dem Knirps zu tun! Was genau, konnte nicht mehr ergründet werden, er war die ganze Zeit hochbeschäftigt damit, Iris und Helmuts Garten zu wässern. Wenigstens schien Sisko zufrieden zu sein. Da der Rülpe die Sonntagsmanieren2 ausgepackt hatte, gab es nicht mehr als eine hochgezogene Augenbraue vom Silberrücken. Stolz und erschöpft fiel Rülpi nachmittags in sein eigenes Körbchen und schlief selig bis in den Abend. So eine Unterhaltung nimmt er gerne öfter!

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Teamwork

Weil es schon wieder so heiß ist, fuhr das Frauchen gestern mit dem Rülpen und seinem Althund auf’s Dorf in den Wald. Da ist es kühl und niemand stört ein bräsiges Gespann.1

Im Wald auf dem Dorf ist relative Ruhe, es sind nur Waldarbeiter seit Monaten damit beschäftigt, die Schäden von Friederike zu beseitigen. Hinzu kommen noch ein paar Dorfbewohner, die schon Holz für die nächste Heizsaison machen. Trotzdem, wo Menschen sind, sind Hinterlassenschaften. Keine Sorge, heute geht es mal nicht um Unappetitliches:

Das Frauchen wurstete also halbgar am Bauchgurt hinter dem Rülpen her, als der spontan im Mäuselsprung in ein Gebüsch verschwand. Stolz wie Oskar kam er hervor, eine Plastiktüte für Snack-Cabanossi im Maul. Boa, und wie stolz Rülpe war! Die Rute wurde gleich mal 15 Grad steiler gerichtet, den Achseln wuchsen Rasierklingen und die Ohren waren auf tiefes Entzücken eingerastet. Beute, Beute! Zuerst warf er die Tüte in die Luft und fing sie wieder (mitten im Lauf, versteht sich, er ist ja geschickt). Dann kaute er erwartungsvoll darauf rum. Wurstgeschmack! Aber die falsche Textur… lieber nochmal schütteln. Der Rülpe schüttelte absichtsvoll die Beute. Und in genau der Flugbahn, in der der Althund einmal eine erlegte Maus auf das Herrchen warf, warf der Rülpe die letzte verbliebene Wurst dem Althund vor die Füße.

Die wusste gar nicht, wie ihr geschah. Während der Aktion war sie noch wie ihr Frauchen mit bräsig durch den Wald wursten beschäftigt. Plötzlich flog eine kleine Wurst auf sie zu! Nichts wie weg damit, nicht wahr? Der Althund atmete die Wurst ein. Erfreut schaute sie zu ihrem Frauchen hoch. Der dämmerte langsam, was sich da abgespielt hatte und sie nahm pflichtschuldig dem Rülpen seine Beute wieder weg. Das machte ihm nicht viel, war eh schon leer…

Rülpe, tocotronic

Tocotronic ist im Rudelsprech ein Adjektiv. Es wird für junge Männer verwendet, meist mit organisiert-verzotteltem Äußeren, die schlimm Gefühle haben. So schlimm Gefühle, dass nur schwülstige Texte und das Malträtieren der Familienklampfe Abhilfe schaffen können.1 Wie zu hören ist, kommt der kleine Rülpe ins tocotronic Alter. Beziehungsweise, wenn wir mal ganz ehrlich sind, entfaltet er bloß sein klagsames Talent…

Danke an Iris und Helmut!

Heute war das Frauchen für eine kurze Weile mit 9 Huskies im Kahnawake Garten alleine, während Iris kurz unterwegs war. Der Huskysitter zittert nach Stunden noch vor Schock, weil ein Sack Flöhe – ach was, ein ganzer Flohzirkus! – eine deutlich leichtere Aufgabe wären. Es liefen mehrere Filme gleichzeitig ab und ein Mensch hat nicht genug Augen und Arme für alle Effekte: Opra und Bubbles waren in ihrer Teenie-Komödie gefangen, mit Sisko als dem Stereotyp vom schlecht gelaunten Vater, der seine Töchter mit der Schrotflinte an der Tür verteidigt. Er war äußerst überzeugend. Mutti Kira gab eine Vorstellung von Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs vor dem Welpenzimmer, wo die Welpen wieder Gremlins – Kleine Monster, Teil 13, improvisierten. Ein gewisser Welpe – wir nennen keine Namen – hatte es sich zudem in den Kopf gesetzt, Shawshank Redemption1 zu überbieten. Der gewisse Welpe büchste 13 Mal (!) aus dem Welpenknast aus.

Also, liebe Iris, lieber Helmut: Danke, dass Ihr das auf Euch nehmt für unsere tollen Hunde! Keiner von uns würde mit Euch tauschen wollen, zumindest nicht nach einem live Geschmack Eures Alltags 😉

Miezenschlepper

Gerade eben kurvt der Rülpe im flitzeroten Cabrio seines Herrchens durch die Stadt und macht den Damen schöne Augen.1 Wie gut, dass die Opra ihn so nicht sieht, das würde sie noch überschwänglicher machen. Wie gut, dass der Sisko ihn so nicht sieht, die Abreibung hätte sich gewaschen!

Neo-Trotzkisten

Eigentlich sind die Huskies recht orthodoxe Proletarier. Wenn nicht gerade ein vergammeltes Karnickel zu Abtrünnigkeit und Spaltung führt, marschieren sie im Gleichschritt der permanenten Revolution entgegen.1 Das ist wörtlich zu verstehen, die Hunde gehen neuerdings im Gleichschritt. Ja, ja, da muss einem Angst und Bange werden. Ihr neue Position der Stärke nutzen sie, um umfassende Reformen im Rudelalltag durchzudrücken. Es folgt ein Auszug aus einem Umsturzversuch.

Die Huskies sind beim dritten Gassi am Tag, in den frühen Abendstunden wegen der Hitze. Sie hatten zudem knapp vier Stunden Spiel und Spaß auf ihrem privaten Abenteuerspielplatz. 

Althund, sich mitten im Lauf ins hohe Gras werfend: „Nieder mit der Bourgeoisie!“

Rülpe: „Was? Ist wieder Generalstreik? Warte, ich werf mich auf dich. Wir machen eine hündische Wand gegen die Wasserwerfer.“

Das Frauchen hat den Wasserwerfer leider im Garten2 und ahnt, wie es jetzt weiter geht. „Hunde, och nöö, nicht schon wieder. Kommt, wir gehen weiter. Zuhause wartet Fressi auf Euch!“

Althund: „Nichts da werden wir. Wir werden auf eine weitere Vertuschung der Klassengrenzen nicht mehr reinfallen! Ab jetzt weht hier ein anderer Wind, ein revolutionärer Wind. Wacht auf, Huskies dieser Erde!“

Frauchen zückt die Kartoffel-Ente-Milch-Drops: „Na kommt, jeder, der weiter geht, bekommt so einen leckeren Snack!“

Althund: „Schmier dir deine Bestechungsversuche sonst wo hin! Wir arbeiten nicht mehr für Brotkrumen.“

Rülpe, zur Seite schielend: „Tun wir nicht? Ich mag Brotkrumen. Und diese Drops mag ich besonders, die sind echt lecker… Aber gut, wenn es der Sache dient…“ Der Rülpe wirft sich ins Gras und rupft energisch Büschel aus. „Wir pfeifen auf deine Drops! Auf zum letzten Gefecht!“

Der Althund springt begeistert dem Rülpen zur Seite und randaliert umfassend. Grassoden werden ausgerupft, Löcher werden gebuddelt, immer wieder wird das Frauchen nonverbal daran erinnert, dass das eigentlich ein Sitzstreik ist. Unterbrochen werden die Aktionen nur von „Revolution! Revolution!“ Rufen und dem Ausspucken von versehentlich verschluckter Erde. Das Frauchen setzt sich entnervt zu den Hunden ins Gras.

Althund: „Wir haben sie! Wir haben sie!“

Rülpe: „Nieder mit der Bourgeoisie!“

Freudig fangen die Huskies ein lustiges Raufspiel an. Irgendwann hört der Rülpe das Rascheln einer Maus, was wieder einen Anlass zum Streit gibt. Wer hier welches Stück vom Kuchen bekommt, ist noch nicht endgültig ausdiskutiert. Bis das nicht geklärt ist, muss die Revolution warten. Das Frauchen sitzt derweil im Gras und beobachtet erstaunt, wie sich die Geschichte wiederholt.

 

Rülp Invictus

Eine wichtige Meldung aus dem Rülpenland: Nachdem das Bett methodisch erobert wurde, geht es jetzt an Herrchens Ohrensessel. Da schläft der Rülpe neuerdings und gerade eben hat er mithilfe seiner überragenden Überzeugungskompetenzen den ersten Schritt in Richtung „Gewohnheitsrecht“ gemacht. Das Herrchen wollte zwar gerne im Sessel den Morgenkaffee einnehmen, aber Rülpi ließ so schwermütig die Ohren hängen, dass Herrchen vor Mitleid zerfließend wieder abzog. Na wenn das kein Präzedenzfall ist!

Iris und Helmut sollten mit den B-chens gleich Isomatten mit ausgeben. Was man so hört, sind die Überzeugungskompetenzen im neuen Durchlauf überarbeitet und verbessert worden.