Deckenmonster Deathmatch

Das Schlafzimmer ist die Höhle des fiesen Deckenmonsters. Unbedarfte Hunde, die es sich auf dem Bett zu bequem machen, werden angefallen, geärgert und in die Pfoten gekniffen. Gestern stellte sich der Rülpe seinem alten Widersacher und machte erstaunliche Entdeckungen!

Nachdem er erfolgreich den Althund in seinem Nickerchen gestört hatte, machte sich der Rülpe an der Bettdecke zu schaffen. Persistierend, wie er nun mal ist, dauerte es nicht allzu lange, bis das Deckenmonster in Aktion gereizt werden konnte. Die zuverlässigste Taktik wurde eingeleitet: Mäuselsprung, mit der Pfote festhalten und totbeißen. Für so eine übernatürliche Bestie wie das fiese Deckenmonster ist das viel zu vorhersehbar und der Rülpe bekam eine Abreibung. Wie die anderen Kahnawakes ist Rülpi mit viel Intelligenz gesegnet, also dachte er über seinen nächsten Zug erstmal nach. Kleine, spitze Ohren waren auf das Geschehen unter der Bettdecke fixiert, kontemplative Stille. Außer dem leisen Rattern der Zahnräder im Oberstübchen war kein Geräusch zu vernehmen. Der Rülpe sprang abrupt auf und machte sich daran, dem Deckenmonster die Deckung abzuziehen. Was sich schwieriger als erwartet gestaltete, denn wenn man mit vier Beinen und 27kg Kampfgewicht auf der Bettdecke steht, kann man sie beim besten Willen schlecht wegziehen. Unser Held gibt selbstredend nicht so leicht auf und nach einigen possierlichen Gewichtsverlagerungen hatte er die Decke fast vom Bett geräumt.

Sehr bestürzt stellte der Rülpe fest, dass er das Deckenmonster mit der Bettdecke abgeräumt hat. Er schnupperte an der Matratze. Nichts, kein fremder Geruch. Er suchte unter der Bettdecke, nichts. Kein Monster weit und breit. Verwirrt schaute er zum Frauchen, das mit eiserner Willenskraft die unbeteiligte Miene bewahrte. Also, alles zurück auf Anfang. Mit gleicher Possierlichkeit wie kurz vorher zuppelte der Rülpe die Bettdecke wieder auf dem Bett zurecht.1 HAR HAR! Da war das Deckenmonster zurück! Der Rülpe mäuselsprang, pfötelte und biss herzhaft zu. Wieder hatte er es nicht geschafft, das Monster zu erlegen. Gut, Freundchen. Dich kriege ich, dachte er wohl. Die Decke wurde wieder weggezogen und schon wieder hatte das Deckenmonster das Weite gesucht. Ja, sapperlot! Wieder untersuchte der Rülpe alle Ecken gründlich und wieder fand er kein Deckenmonster. Nun kam die Beharrlichkeit des Kahnawakes zum tragen. Der Rülpe deckte die Stelle, an der das Deckenmonster zuletzt war, wieder zu. Gründlich diesmal. Er beobachtete hoch konzentriert, was sich darunter tat. Da! Es raschelte! Das Deckenmonster, schnell jetzt! Mäuselsprung! Pfote drauf! Rein beißen!

Nein, verdammt. Das gibt es doch nicht. Das Deckenmonster war nicht tot zu kriegen. Das musste ein Wiedergängerdeckenmonster sein, sowas hatte der Rülpe noch nicht erlebt. Nachdem er ein viertes Mal die Bettdecke zur Seite geräumt hatte und nichts fand, musste eine Denkeinheit eingelegt werden. Er mag zwar nur ein Hund sein, aber auch ein Hund bemerkt, wenn seine Strategien zu nichts führen. Der Rülpe stand auf und zog die Decke sehr bewusst über Frauchens Hände. Es passierte zwar nichts, aber es dämmerte langsam. Rülpe zog die Decke weg und knabberte Frauchens Finger an. Endlich konnte sie all den angestauten Spaß rausquieken. Zufrieden setzte sich der Rülpe zurück und sah wohlwollend auf sein Werk.

 

Wir wünschen Mutti und Nukka am Wochenende eine ereignislose Fahrt und toi toi toi beim Wettbewerb!

  1. Praktischerweise legte er die Decke über Frauchens Hände, sonst hätte der Spaß viel früher geendet.

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