Der tolle Hund

“Ach, was ist das für ein toller Hund!” Das hört man mit dem Rülpen an der Leine häufig. Die Leute haben ja keine Ahnung, wie toll er ist. Sicher, denn sie sehen nur einen hübschen Rüden, nicht den hoch unterhaltsamen, frechen und pfiffigen Rülpen, den wir alle so gern haben. Was hat der Rülpe diese Woche alles tolles getrieben?

Die Woche fing gut an, denn Frauchen hatte mehrere Liter Fleischbrühe gekocht. Die ausgekochten Fleischknochen und das Suppengemüse gibt es für die Hunde, das hat der Althund vor ein paar Jahren so beschlossen. Das Beitragsbild zeigt den Rülpen in höchster Konzentration, wie er dem Frauchen beim Kleinschneiden der Beinscheibe auf die Finger schaut. Bis es zu dieser Szene kam, hatte er schon mehrfach versucht, die Menschen zum Aufstehen zu bewegen. Einmal vor Sonnenaufgang, später nochmal als es schon hell grau war. Nachdem er die Menschen in die Vertikale bekommen hatte, lief er aufgeregt wedelnd zur Treppe, wartete ungeduldig auf die Zweibeiner und miepte aufmunternd. So ging es im Lassimodus weiter, denn Timmy war in den Brunnen gefallen die Beinscheibe war ausgekühlt und fressbar. Er machte sein Ansinnen dann auch unmissverständlich klar, indem er stocksteif vor dem Topf mit den Suppenzutaten sitzen blieb. Man kann also zuversichtlich sein, dass der Rülpe mal Hilfe holt, sollte den Menschen was passieren und sie eine Beinscheibe um den Hals hängen haben. Wie beruhigend!

Heute war der Rülpe wieder toll, nämlich beim Training. Es galt, ein bisschen an der Kondition zu arbeiten, ein Fahrtenspiel und etwas Bergtraining waren angedacht. Die gute Nachricht zuerst: Den Rülpen muss man bergauf nicht antreiben. Er stürzt die Hänge hoch, so schnell er kann, und zieht wie ein Weltmeister. Die schlechte Nachricht: Der Mensch muss da auch hinterher kommen. Das Frauchen kam so unerwartet zu mehreren hochintensiven Intervalleinheiten, was ja auch nicht verkehrt ist. Tempowechsel klappen von Mal zu Mal besser, die Lerngeschwindigkeit des Rülpen ist faszinierend. Ganz nebenbei wurde die Wochenaufgabe aus der Hundeschule gemacht, die darauf abzielte, die Rollen im Team klar zu verteilen. Der Rülpe kann – wenn er ansprechbar ist – sehr dankbar seinen Platz auch draußen einnehmen.1 Heute war er ansprechbar und hat sich lehrbuchmäßig entspannt, nachdem Frauchen ihm verklickert hatte, dass sie sich um das verdächtige Rascheln im Gebüsch kümmert.

Der Rülpe hat zudem ein tolles, großzügiges Wesen. Weil er so viel Spaß im Wald hatte, musste er den mit der halben Stadt teilen! Die Verkehrsinsel auf dem Heimweg ist üppig mit Wildkräutern bepflanzt, die jetzt im November vertrocknet sind und lustig knistern. Zum Amüsement der versammelten Autofahrer räkelte er sich mehrere Ampelphasen lang vergnügt über die Verkehrsinsel. Noch zuhause musste Frauchen Ähren von seinen Ohren pflücken. Wie kann man so einem Hund widerstehen?

 

 

  1. Drinnen, bei wenig Ablenkung, war das nie ein Thema. Das ist zu einem nicht unbeträchtlichen Teil Siskos Verdienst.

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