Nicht ohne meinen Rülpen!

Das Frauchen kommt heim. Sie ist manchmal alleine bei Mutti und Onkel Sisko und besitzt die Oberfrechheit, den Rülpen daheim zu lassen. Die Kahnawakes sind schon wenig begeistert, wenn sie zur Tür raus kommen und da kein Rülpe wartet. Zuhause drückt dann der Bub sein Missfallen aus.

Entgegen seiner Gewohnheit begrüßt er das Frauchen jedes Mal, wenn sie von ihrem Besuch zurück ist. Ernst schnüffelt er an den Ärmeln, den Händen und überall dort, wo Mutti -und Siskogeruch klebt. Dann schaut er dem Frauchen tief und vorwürfig in die Augen und schnaubt.1 Das geht natürlich nicht, dass wer weiß was ohne seine Aufsicht getrieben wird. Spaß womöglich! Um sich wieder einzuschleimen, muss Frauchen schon tief in die Tasche greifen. Mindestens eine Scheibe Schinken, möglichst noch eine Spieleinheit oben drauf oder eine Runde Laufen. Sonst lässt er sie seine tiefe Enttäuschung den ganzen Tag spüren…

This little Husky…

This little Husky came for a visit,

this little Husky tagged along.

This little Husky had all the goodies,

this little Husky had none.

And this little Husky cried „YAY YAY YAY!!“ all the way home.

 

Daily statement:

Three hours of family fun, probably two dead mice (that I know of), one looted goody bag,1 four of the new roses fertilised *cough**cough*, three munched branches, one crushed ego2 and a fabulous 10km run home! Bubbles did very well today, and tomorrow is a rest day.

 

Ausgetrickst

Ahh, Feierabend. Zeit, um die Füße hochzulegen. Frauchen sitzt im Sessel und liest. Der Rülpe kommt vorbei, um seine Zuneigung auszudrücken.

Rülpe (legt den Kopf auf Frauchens Knie): „Oh, Frauchen! Du bist das allerallerbeste Frauchen!“

Frauchen (kratzt entzückt seine Ohren): „Oh, Rülpe! Was bist du wieder niedlich!“

Rülpe (schmusig): „Jaja, da hinten juckt’s besonders übel… mehr nach rechts.“

Frauchen (verträumt): „Was für weiche Ohren du hast!“

Rülpe (plötzlich etwas abwesend): „Hmhmm, ja. Ok, danke, reicht.“

Der Rülpe marschiert flott aus dem Zimmer. Aus dem Flur hört Frauchen das charakteristische Geräusch von Rülpenzähnen auf Fellpuschen.

Frauchen (mit heiligem Zorn und nur einem Fellpuschen an den Füßen): „RÜLPE! DU AAS! SPUCK SOFORT MEINEN FELLPUSCHEN AUS!“

Rülpe (spuckt mit Unschuldsmine den Fellpuschen aus): „Hä? Der Fellpuschen liegt da nur ganz zufällig… jetzt reg dich mal nicht so auf.“

 

Wieso bist du denn plötzlich so groß?

Oder auch „Du warst so ein possierlicher, winziger Welpe, mit einer Hand konnten wir dich tragen!“. Oder „Wie ist das denn passiert, dass du jetzt so ein Rüde bist?“. Oder „Das ist noch gar nicht so lange her und wir mussten dich spätestens um 7 zum Klogang tragen.“1 Oder „Weißt du noch, als wir dachten, dass du für immer im Zahnwechsel bleibst?“. Oder „Was für einen Schiss du vor anderen Hunden hattest, das wär jetzt ab und zu mal wieder nützlich.“ Diese und ähnliche Sätze fallen derzeit täglich im Rudel. Dabei schauen die Menschen seufzend auf Iris gesammelte Welpenalben und sind ein bisschen wehmütig. Ach, was ist die Zeit schnell rum gegangen! Die A-chens waren gestern genau 11 Monate alt!

Teddy Evolution

Was sehen Welpen auf Bildern niedlich aus! Das Menschengehirn ist ein hervorragender Vervollständiger, insofern wird dem visuellen Reiz allerlei haptische Information darüber zugewiesen, wie perwollweich-flauschig-plüschig das kleine Bündel ist. Welpen dufteten auch nach Milch und Honig in Frauchens Kopf… Jaja, so ist das mit der Fantasie und der Realität. Die trifft einen meistens recht hart und unerwartet.

Der Rülpe stank nach Salami (die billige Sorte) und fühlte sich an, wie ein abgegriffener Jahrmarktsteddy. Das Frauchen hatte so einen mal am Schießstand gewonnen, er war eine höchst wertvolle Erinnerung an das eine Mal in ihrem Leben, dass sie was getroffen hatte. Made in China. Als der Rülpe noch ganz klein war, traf das Fell an den Ohrenspitzen auch so schief zusammen, dass es aussah wie eine Naht. Was machten sich die Menschen lustig, dass die Kahnawakefabrik wieder den Praktikanten an die Nähmaschine gelassen hatte…1

Die Naht verwuchs sich und das weiche Deckhaar machte das Babyfell um einiges flauschiger. Dazu hat er fast nichts von der Unterwolle verloren, sondern ständig neue Lagen produziert. Der Pelz wurde immer dichter und seidiger. Und wie der Welpe größer und kräftiger wurde, kamen Muskeln unter das Fell, die den Hund endlich so knuddelig machten, wie das Frauchen sich das vorgestellt hatte. Er ist heute genau 330 Tage alt und perfekt perwollweich-flauschig-plüschig. Zwar wiegt er 27kg, was das gemeinsame Knuddeln auf dem Sofa etwas unbequem macht, aber die Realität wurde trotz allem von der Fantasie eingeholt. Unfassbar! Er ist ein lebendiger Teddybär geworden! Von der teuren Sorte, Made in Germany! Leider geht seit vorgestern der erste große Fellwechsel los. Der Traum hat nicht lange gehalten.

Zweite Prägephase

Die letzten schönen Tage hat der Rülpe im Garten genossen. Eine faire Erholung zum morgendlichen Drill, denn die Reizverarbeitung ist weiter äußerst fragil und der Rülpe ohne hartnäckige Erziehungsmaßnahmen draußen nur mit Maximalkraft zu führen. EIN BLATT! WOA! EIN GERUCH! NOCH EIN GERUCH! EIN REGENWURM!!!11 WAS, WIESO HÄNGT DA EIN MENSCH AN MIR DRAN? Wehe, wenn ihm in diesem Zustand eine Beute oder ein anderer Hund vor die Füße fällt. Die Menschen freuen sich an jeder Minute, in der es gut läuft. Manchmal ist es sogar mehr als eine Minute – gestern hat er sich vorbildlich am Frauchen orientiert, als er zum erstem Mal über den hektischen Bahnhofsplatz musste. Heute früh ging es sogar über fast 30min an lockerer Leine. Aber dieses wohlerzogene Image kostete, nichts im Leben ist umsonst. Die Menschen haben mal wieder den Kardinalfehler begangen und – fokussiert auf ihren Terminplan und ihre ganzen Aufgaben – den Rülpen in höchster Agitationsstufe raus geschafft. Klassischer Fall von Eigentor. Und dann war auch noch eine Tour zum Schreibwarenladen geplant. In der ersten Semsterwoche, wenn verpleite und verkateterte Studenten sich im Im-Weg-Rumstehen überbieten.1 Na, Gottseidank ist nach einigen Jahren bei unserer Judith was hängen geblieben. Das Rudel trennte sich. Der Rülpe ging zwar weiter durch die TOTAL AUFREGENDE Stadt, aber eine weniger frequentierte Strecke und in seinem Tempo. Sobald man ihm genug Zeit gibt, sich in Ruhe umzuschauen und alle Eindrücke zu verarbeiten, ist er wieder ganz handzahm. Das heißt leider, dass wir als Gassibegleiter momentan ungeeignet sind, denn ein normales Hundetempo hält der Rülpe nicht entspannt durch. Verdammt seist du, zweite Prägephase, möge dich der Blitz beim … treffen!

Im Haus hingegen ist der Rülpe der lustigste, zugewandteste und freundlichste aller Mitbewohner. Natürlich kommt es auch mal zu einem Streich (mit Frauchens geliebten Fellpuschen – immer sind es die Fellpuschen oder eine Klorolle, immer!). Ansonsten liegt er schnarchend auf dem Rücken oder pfötelt charmant mit seiner Bezugsgruppe. So hat das ganze Rudel emotional was von seiner Pubertät, himmelhoch jauchzend, zum Platzen gespannt in unter einer Stunde.

Deckenmonster Deathmatch

Das Schlafzimmer ist die Höhle des fiesen Deckenmonsters. Unbedarfte Hunde, die es sich auf dem Bett zu bequem machen, werden angefallen, geärgert und in die Pfoten gekniffen. Gestern stellte sich der Rülpe seinem alten Widersacher und machte erstaunliche Entdeckungen!

Nachdem er erfolgreich den Althund in seinem Nickerchen gestört hatte, machte sich der Rülpe an der Bettdecke zu schaffen. Persistierend, wie er nun mal ist, dauerte es nicht allzu lange, bis das Deckenmonster in Aktion gereizt werden konnte. Die zuverlässigste Taktik wurde eingeleitet: Mäuselsprung, mit der Pfote festhalten und totbeißen. Für so eine übernatürliche Bestie wie das fiese Deckenmonster ist das viel zu vorhersehbar und der Rülpe bekam eine Abreibung. Wie die anderen Kahnawakes ist Rülpi mit viel Intelligenz gesegnet, also dachte er über seinen nächsten Zug erstmal nach. Kleine, spitze Ohren waren auf das Geschehen unter der Bettdecke fixiert, kontemplative Stille. Außer dem leisen Rattern der Zahnräder im Oberstübchen war kein Geräusch zu vernehmen. Der Rülpe sprang abrupt auf und machte sich daran, dem Deckenmonster die Deckung abzuziehen. Was sich schwieriger als erwartet gestaltete, denn wenn man mit vier Beinen und 27kg Kampfgewicht auf der Bettdecke steht, kann man sie beim besten Willen schlecht wegziehen. Unser Held gibt selbstredend nicht so leicht auf und nach einigen possierlichen Gewichtsverlagerungen hatte er die Decke fast vom Bett geräumt.

Sehr bestürzt stellte der Rülpe fest, dass er das Deckenmonster mit der Bettdecke abgeräumt hat. Er schnupperte an der Matratze. Nichts, kein fremder Geruch. Er suchte unter der Bettdecke, nichts. Kein Monster weit und breit. Verwirrt schaute er zum Frauchen, das mit eiserner Willenskraft die unbeteiligte Miene bewahrte. Also, alles zurück auf Anfang. Mit gleicher Possierlichkeit wie kurz vorher zuppelte der Rülpe die Bettdecke wieder auf dem Bett zurecht.1 HAR HAR! Da war das Deckenmonster zurück! Der Rülpe mäuselsprang, pfötelte und biss herzhaft zu. Wieder hatte er es nicht geschafft, das Monster zu erlegen. Gut, Freundchen. Dich kriege ich, dachte er wohl. Die Decke wurde wieder weggezogen und schon wieder hatte das Deckenmonster das Weite gesucht. Ja, sapperlot! Wieder untersuchte der Rülpe alle Ecken gründlich und wieder fand er kein Deckenmonster. Nun kam die Beharrlichkeit des Kahnawakes zum tragen. Der Rülpe deckte die Stelle, an der das Deckenmonster zuletzt war, wieder zu. Gründlich diesmal. Er beobachtete hoch konzentriert, was sich darunter tat. Da! Es raschelte! Das Deckenmonster, schnell jetzt! Mäuselsprung! Pfote drauf! Rein beißen!

Nein, verdammt. Das gibt es doch nicht. Das Deckenmonster war nicht tot zu kriegen. Das musste ein Wiedergängerdeckenmonster sein, sowas hatte der Rülpe noch nicht erlebt. Nachdem er ein viertes Mal die Bettdecke zur Seite geräumt hatte und nichts fand, musste eine Denkeinheit eingelegt werden. Er mag zwar nur ein Hund sein, aber auch ein Hund bemerkt, wenn seine Strategien zu nichts führen. Der Rülpe stand auf und zog die Decke sehr bewusst über Frauchens Hände. Es passierte zwar nichts, aber es dämmerte langsam. Rülpe zog die Decke weg und knabberte Frauchens Finger an. Endlich konnte sie all den angestauten Spaß rausquieken. Zufrieden setzte sich der Rülpe zurück und sah wohlwollend auf sein Werk.

 

Wir wünschen Mutti und Nukka am Wochenende eine ereignislose Fahrt und toi toi toi beim Wettbewerb!

Oh, Sisko!

Captain Sisko war heute zu Besuch auf der DS Schrebergarten. Während Mutti mit Iris beim Longieren Intensivkurs war, hat der Chef den Nachwuchs zurechtgestutzt und den Althund bezirzt. Die konnte ihr Glück kaum fassen, dass sie zwei stattliche Rüden auf einmal hatte und tobte sich nach Herzenslust aus. Leider wird der Tag heute das letzte Mal sein, dass das Frauchen ihren Lieblingssisko beschmusen konnte. Von knapp zehn Uhr bis weit nach fünf am Nachmittag gab es nur vier Leckerli! Die einzige Maus, die durch das viele Umgraben gestört wurde, flüchtete zu allem Übel auch noch in Rülpes Maul. Das wird sich der Captain so schnell nicht wieder antun…

Kurz vor einem knackigen „dismissed“ vom Captain. Der Rülpe meinte, diesen unheimlich wichtigen Ast dringend verteidigen zu müssen…

Sir Rülp-a-lot

Der Rülpe war heute in ritterlicher Mission unterwegs. Eine Freundin vom Frauchen brauchte eine Eskorte in gefährliche Gefilde (zum Kieferchirurgen), genauer gesagt ins Gleiberger Land. Unsere aufmüpfigen Nachbarn – über die Merenberger bis zu den Nassau-Weilburgern waren die Burgen am Gleiberg und Vetzberg meistens in Hand von Unruhestiftern – saßen zueinst auf ihren zwei Basaltkegeln und machten Ärger. Jetzt sind die zwei Burgen schöne Ausflugsziele und hervorragend geeignet, um ein bisschen Rittersleut und Burgfräulein zu spielen, während andere Leute sich den Kiefer aufbrechen lassen müssen. Und, um einem ungestümen Rülpen beizubringen, nicht mit Volldampf glitschige Steinstufen runterzupreschen.

Letzteres gelang sogar sehr gut.1 Nach einer Kräftigung im Albertusgarten erkundeten Rülpe und Althund die Klettermöglichkeiten in der alten Oberburg (ab 10. Jhd.), schnüffelten durch Schießscharten und lauschten gebannt dem Heulen des Windes am Bergfried. So eine Burg steht dem Rülpen gut.

Der Rülpe und sein Althund beim Windkonzert am Bergfried, Burg Gleiberg 5. Oktober

Anpassungsstörung

Ein solidarisches Wort zum Althund. Dem Althund geht es wie vielen von uns, wenn große Umbrüche im Leben anstehen und die Kraft nicht auszureichen scheint. Sie ist knatschig, mäkelig beim Essen, infektanfällig, müde und zieht sich zurück. Es fällt ihr ungemein schwer, sich von dem süßen Leben mit Welpen zu verabschieden. So langsam geht es den Menschen auf, wie rundherum glücklich der Althund mit seinem kleinen Kompagnon war. Sie trauert um ihr Meins!.

Der Rülpe ist außen rum schon ein richtiger Rüde, sogar ganz ihr Typ. Groß und imposant und mit spitzen Ohren. Langsam gehen auch die kindlichen Verhaltensweisen zurück und immer häufiger reckt Machoman seine Fliegerbrille am Horizont. Das gemeinsame Spiel ist weiterhin ein Highlight, selbst wenn die Fetzen fliegen, vertragen sie sich in wenigen Minuten.1 Bloß wer will schon einen Rüden, wenn man so ein charmantes Welpi haben kann? Jeden Welpen, den wir treffen, seufzt sie schwermütig an. Nein, nein, Althund. Wir kaufen dir nicht noch eins, da musst du jetzt durch!